Aslı Erdoğan © privat
Aslı Erdoğan © privat

Aslı Erdoğan

Deutschland, Türkei
Beim ILB zu Gast: 2007, 2026

Aslı Erdoğan ist eine türkische Schriftstellerin, Physikerin und Menschenrechtsaktivistin. Sie studierte Informatik und Physik an der Bosporus-Universität und arbeitete anschließend am CERN in Genf, wo sie parallel zu ihrer Magisterarbeit ihren ersten Roman schrieb. »Kabuk Adam« (Ü: Der Muschelmann) erschien 1994. Statt ihr anschließend in Rio de Janeiro begonnenes Promotionsstudium abzuschließen, vollendete sie die Erzählung »Mucizevi Mandarin« (1996; Ü: Der wundervolle Mandarin) und wurde freie Schriftstellerin.

In ihrem Werk erkundet sie mit undogmatischem Blick ihre türkische Herkunft und die Fremde. Die Kurzgeschichte »Tahta kuşlar« (Ü: Holzvögel) gewann 1996 den Preis der Deutschen Welle. Ihr Roman »Kırmızı Pelerinli Kent« (1998; Ü: Die Stadt mit der roten Pelerine) wurde in über zwölf Sprachen übersetzt. Der Roman »Taş Bina ve Diğerleri« (2009; Ü: Das Haus aus Stein) wurde 2010 mit dem Sait Faik Literaturpreis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Literaturpreis der Türkei.

Von 1998 bis 2001 schrieb sie eine Kolumne für die Zeitung »Radikal«, ab 2011 für die kurdisch türkische Zeitung »Özgür Gündem«, in der sie sich mit Menschenrechtsfragen und staatlicher Repression gegen Kurd:innen auseinandersetzte. Nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei wurde sie im August 2016 gemeinsam mit weiteren Journalist:innen von »Özgür Gündem« verhaftet und saß mehrere Monate in Untersuchungshaft, bevor sie Ende 2016 unter Auflagen freikam. Ihre Essays aus dieser Zeit erschienen 2017 zweisprachig unter dem Titel »Artık Sessizlik Bile Senin Değil« (Ü: Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch). Für ihr Engagement wurde sie unter anderem mit dem Erich Maria Remarque Friedenspreis (2017) und dem Prix Simone de Beauvoir pour la liberté des femmes (2018) ausgezeichnet.

Im September 2017 verließ Erdoğan die Türkei und lebte zunächst als Stipendiatin des Programms »Stadt der Zuflucht« in Frankfurt am Main, seit 2020 lebt sie in Berlin. Der jahrelange Gerichtsprozess gegen sie endete im Februar 2022 mit einem endgültigen Freispruch. Zuletzt erschien von ihr der Roman »Requiem für eine verlorene Stadt« (2022) auf Deutsch. Aslı Erdoğan lebt in Berlin.

Stand: 2026

Kabuk Adam
Mitos
Istanbul, 1994

Mucizevi Mandarin
Mitos
Istanbul, 1997

Der wundersame Mandarin
Ed. Galata
Berlin, 2008
(Ü: Recai Hallaç)

Tahta Kuşlar
Önel
Köln, 1997

Holzvögel
Hg: Mehmet Bari
Önel
Köln, 1997

Kırmızı Pelerinli Kent
Adam
Istanbul, 1998

Die Stadt mit der roten Pelerine
Unionsverlag
Zürich, 2008
(Ü: Angelika Gillitz-Acar, Angelika Hoch)

Bir Yolculuk Ne Zaman Biter: Deneme
Can
İstanbul, 2000

Absürd Öyküler
Okuyan Us Yayın
İstanbul, 2003

Hayatın Sessizliğinde
Merkez Kitapçılık
Istanbul, 2005

Requiem für eine verlorene Stadt
Penguin
München, 2022
(Ü: Gerhard Meier)

Bir Delinin Güncesi
Everest
İstanbul, 2006

Das Haus aus Stein
Penguin
München, 2019
(Ü: Gerhard Meier)

Artık Sessizlik Bile Senin Değil
Karakarga Yayınları
İstanbul, 2017

Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch
Knaus Verlag
München, 2017

Events mit Aslı Erdoğan

Special
Stella Gaitano © Salma
Aslı Erdoğan, Stella Gaitano, Mariam Meetra, Ali Alzaeem, Ryyan Alshebl, Kai Sina, Nathan Law, Sveta Ben, Bahadîn Akhan, Razia Karimi
Shila Behjat
Selin Dörtkardeş, Mariann Yar
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Mo. 07.09.26,
18:00
Deutsch, Englisch
360'
Lesung
Mariam Meetra © Heike Steinweg
Mariam Meetra, Sveta Ben, Razia Karimi, Ali Alzaeem, Bahadîn Akhan, Aslı Erdoğan, Stella Gaitano
Selin Dörtkardeş, Mariann Yar
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Mo. 07.09.26,
19:15
Deutsch, Englisch
60'
Panel
Aslı Erdoğan © privat_Web
Aslı Erdoğan, Stella Gaitano, Mariam Meetra
Shila Behjat
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung
Mo. 07.09.26,
18:00
Deutsch, Englisch
60'