Politik im Exil
In einer Reihe kurzer Lesungen und Performances stellen Autor:innen und Musiker:innen in vier verschiedenen Räumen im Dokumentationszentrum Texte, Gedichte und Songs in Intervallen vor. Während der Pausen kann zwischen den Räumen und Präsentationen gewechselt werden.
Ausstellungssaal: WTBSK – Belarusische Avantgarde in Berlin
Als Star der belarusischen Underground-Musikszene tritt Sveta Ben in vielfältiger Form in namhaften Clubs auf. 2020 entkam sie in Belarus nur knapp dem Gefängnis. Zusammen mit Sergey Novitsky performt sie als WTBSK. Zu ihrer aktuellen Lebenssituation sagt sie: »Erzwungene Emigration ist eine schreckliche Erfahrung. Sie ist voller Schuldgefühle – nicht bewusst, nicht logisch, aber tief da.«
Veranstaltungssaal: Stella Gaitano und Mariam Meetra
Wie beschreiben Menschenrechtsaktivistinnen ihr Land, das sie verlassen mussten? Die südsudanesische Schriftstellerin Stella Gaitano erzählt in Romanform über das Leben und Überleben zweier Frauen im Sudan. Die afghanische Poetin Mariam Meetra verfasst Gedichte über Kabul, die »traurigste Stadt der Welt«. Beide lesen ausgewählte Passagen aus ihren neusten Werken auf Arabisch und Farsi. Mit deutscher und englischer Übertitelung.
Raum der Stille: Aslı Erdoğan – Requiem für eine verlorene Stadt
Ursprünglich sollte ihr Buch »Die Stille des Lebens« heißen, als Aslı Erdoğan es 2005 auf Türkisch verfasste. In »Requiem für eine verlorene Stadt« (Ü: Gerhard Meier. Penguin) begibt sich die Autorin auf eine poetische Reise ins Innere einer namenlosen Heldin, die sich politisch, feministisch und kulturell einmischt, und daraufhin ihr geliebtes Istanbul verlassen muss. Erdoğan liest mit Unterstützung der Schauspielerin Mariann Yar Auszüge daraus vor.
Bibliothek: The Poetry Project – Bahadîn Akhan, Ali Alzaeem, Razia Karimi
Bahadîn Akhan, Ali Alzaeem und Razia Karimi mussten aus ihren Heimaten, Nordkurdistan, Syrien und Afghanistan, flüchten. In Versen drücken sie ihre Gefühle und Geschichten über den Umstand aus, in der Fremde zu leben, während die Gedanken noch zuhause sind. Abwechselnd tragen sie ihre Poesie in ihrer jeweiligen Muttersprache vor, während die Schauspielerin Selin Dörtkardeş die deutsche Übersetzung vorträgt.
Die Poet:innen sind Teil von The Poetry Project.









