22. ilb 07. - 17.09.2022

Weltweite Lesung für Li Bifeng am 04.06.2013

Angesichts der anhaltenden Inhaftierung von Li Bifeng, der nach einem willkürlichen Prozess zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, nachdem er bereits insgesamt zwölf Jahre im Gefängnis verbrachte, ruft das internationale literaturfestival berlin (ilb) KünstlerInnen und Intellektuelle, Schulen und Universitäten, Radio- und Fernsehstationen, Theater und andere Kulturinstitutionen zu einer weltweiten Lesung am 4. Juni 2013 auf.

AUFRUF

Appell zur Freilassung von Li Bifeng > Wie man sich Feinde schafft < Die Justiz in China hat einen Mann, der für die Demokratie kämpft, zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Liao Yiwu fordert von der chinesischen Regierung die Freilassung des Schriftstellers Li Bifeng. Kaum war der Vorhang nach dem 18.Parteitag der kommunistischen Diktatoren Chinas gefallen, wurde der Untergrundschriftsteller Li Bifeng zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Wir sehen darin das Signal für einen gefährlichen Rückschritt. Li Bifeng und der Schriftsteller Liao Yiwu haben sich im Gefängnis Nr.3 der Provinz Sichuan kennengelernt, wo man nach dem Massaker vom 4.Juni 1989 außer ihnen noch zwanzig weitere politische Häftlinge eingepfercht hatte. Sie waren die einzigen, die an diesem Ort wegen ihrer fatalen Liebe zur Literatur zueinanderfanden. Auch wenn sie bisweilen wegen unterschiedlicher Auffassungen über das Schreiben aneinandergerieten, blieben sie auch nach der Haftentlassung in freundschaftlichem Kontakt miteinander. Sie tauschten Manuskripte und ihre Ansichten über das Leben aus. Li Bifeng war Optimist; er wollte hoch hinaus und widmete sich neben dem Schreiben der Demokratiebewegung. Liao Yiwu war Pessimist; ihn zog es nach unten, wo er neben dem Flötenspiel in dunklen Spelunken in einem Berg von Schriftwerk unterging. Endlose Geheimverhöre Li Bifeng wanderte 1998 ein zweites Mal ins Gefängnis, weil er einen Bericht über die mutige Sitzblockade einer Autobahn durch eine Gruppe von Textilarbeitern in seiner Heimat Mianyang verfasst und im Ausland ansässigen Menschenrechtsorganisationen zugespielt hatte. Nach einem halben Jahr auf der Flucht vor den alarmierten Behörden wurde er schließlich gefasst. Dieses Mal hatten die kommunistischen Diktatoren ihre Strategie geändert und verurteilten ihn wegen angeblicher „Wirtschaftskriminalität“ zu weiteren sieben Jahren Haft. 2011 sperrten sie ihn ein drittes Mal ein – zwei Monate nachdem Liao Yiwu heimlich über die chinesisch-vietnamesische Grenze außer Landes geflüchtet war. Noch während sich von September 2011 bis Mai 2012 die endlosen Geheimverhöre von Li hinzogen, erfuhr der inzwischen nach Deutschland gelangte Liao zufällig, dass Li Bifengs Verhaftung mit seiner eigenen Flucht zu tun habe. Schockiert musste er feststellen, dass die Polizei Li vorwarf, dieser habe durch finanzielle beziehungsweise aktive Hilfestellung die Flucht des Freundes ermöglicht. Tatsächlich hatte Li Bifeng mit Liao Yiwus Flucht nicht das Geringste zu schaffen. Teufelskreis aus Armut und Despotie Nun ist Li Bifeng abermals zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden – wieder wegen angeblicher „Wirtschaftdelikte“. Es handelt sich strategisch um einen besonderen Zeitpunkt, die Machtkämpfe sind vorläufig beendet, eine neue Garde betritt die Bühne und lässt die Muskeln spielen – und Tausende Kilometer von der Hauptstadt entfernt wird in einem Gerichtssaal der Kleinstadt Shehong in der Provinz Sichuan trotz des Plädoyers des Verteidigers, der darauf pocht, dass es in diesem Fall weder Beweise noch Geschädigte gab, nach mehrfacher Vertagung des Gerichtsverfahrens ein unbekannter Dichter zu einer schweren Strafe verurteilt. Li Bifeng ist 48Jahre alt und wird nach Ablauf dieser Haft 24 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbracht haben. Li ist zusammen mit Liu Xiaobo, dem inhaftierten Friedensnobelpreisträger des Jahres 2010, durch das Massaker vom Tiananmen-Platz vom Juni 1989 zu einer Symbolfigur der chinesischen Geschichte geworden. Liu Xiaobo allerdings ist ein typischer Vertreter der intellektuellen Elite, der in seinen Briefen an Liao Yiwu stets unverbrüchlich daran festhielt, ein chinesischer Václav Havel oder Martin Luther King sein zu wollen, und sich, ganz wie jene Idealisten, als Hoffnungsträger sieht. Im Gegensatz dazu erwartet Li Bifeng nicht mehr als das Schicksal der ganzen sozialen Bewegung Chinas auf Graswurzelebene. Sie besteht aus der großen schweigenden Masse, der es weder an den Idealen noch am Verantwortungsgefühl der intellektuellen Elite mangelt und die doch wie Ratten in schmutzigen Abwassergräben verborgen lebt. Diesen in einem Teufelskreis aus Armut und Despotie gefangenen Ratten wurde über Nacht ein ewiges Schweigegebot auferlegt, nachdem sie zuvor die Straßen unzähliger chinesischer Städte überflutet und für eine gerechte Sache demonstriert hatten, bis ihre hitzköpfige Empörung mit dem Kriegsrecht und den Gewehrsalven der staatlichen Armeesoldaten beantwortet wurde. Rekordverdächtige Fluchtversuche Liao Yiwu gesteht, dass ihm Li Bifeng in den vergangenen Jahren in aller Heimlichkeit sehr viel Wärme hat zuteilwerden lassen; jene Art von Wärme, die sich Ratten zuteilwerden lassen, wenn sie ihr Fell aneinanderreiben. Sein Vertrauen hat Liao ihm allerdings nicht geschenkt. Zwei Monate vor dessen Flucht, der Künstler Ai Weiwei war gerade erst auf dem Pekinger Flughafen „verschwunden“, hatte Li Bifeng seinen Freund zum Essen eingeladen. Während sie sich wie gewohnt über das Schreiben unterhielten, fragte Li ihn unvermittelt, ob er Geld brauche. Liao Yiwu verneinte. Er brauche kein Geld. Li Bifeng fragte weiter: „Brauchst du ein Schlupfloch?“ „Ich gehe nirgends hin“, hat Liao Yiwu ihm geantwortet. Liao war damals durch die Frage alarmiert, und er gratulierte sich dazu, dass der in den Weissagungen des „Buchs der Wandlungen“ versierte Freund kein Wort aus ihm herausbekommen hatte. Li Bifengs eigene Fluchtversuche nach dem 4.Juni 1989 hätten einen Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“ verdient. Gleich nach dem Massaker vom Tiananmen war er zum ersten Mal mit anderen zusammen in Yunnan über die Grenze geflüchtet. Er war schon einige Kilometer weit ins Landesinnere von Burma vorgedrungen, als ihn die dortigen kommunistischen Behörden schnappten und brav an die Genossen in China auslieferten. Dort wurde er zunächst einmal so zusammengeschlagen, dass er bis heute verkrüppelt ist. Eine Spur von Menschlichkeit Nach fünf Jahren Haft war Li gerade erst entlassen worden, als er abermals versuchte, sich davonzumachen. Er schaffte es bis zur chinesisch-russischen Grenze im Nordosten und bestach einen Menschenhändler, der ihn außer Landes bringen wollte. Als er schon den Frachtcontainer besteigen wollte, hörte er mit an, wie der Menschenhändler einem anderen zuflüsterte, er wolle Li als Zwangsarbeiter nach Chifeng in die Innere Mongolei verkaufen. Li Bifeng türmte und durchquerte daraufhin ganz China, bis er in den Süden nach Shenzhen gelangte, wo er hoffte, über die Transitstrecke nach Hongkong zu kommen. Zwei Stunden blieb er unbehelligt, ehe er den Verdacht der Grenzpolizei erregte und sofort verhaftet wurde. Später unternahm er noch drei oder vier weitere Fluchtversuche, und Liao Yiwu wusste nicht, ob er über diese Aktionen lachen oder weinen sollte. Wie hätte ein solcher Pechvogel, den sie immer wieder geschnappt haben, ihm beim eigenen Fluchtversuch helfen können? Aber Chinas Diktatoren sind in ihrer schematischen Denkweise so brutal wie dämlich. Pech für Li Bifeng. Wenn er seine zwölf Jahre abgesessen hat, wird er ein Mann von sechzig Jahren sein. Selbst wenn er es dann noch in die freie Welt schaffen sollte, wird es ihm, der kein Wort in einer Fremdsprache spricht, nicht viel nützen. Als wäre es nicht genug, dass die Polizei diesem Li Bifeng, der so wenig von Politik versteht, über die Jahre hinweg ständig seine mehrere tausend Seiten umfassenden Manuskripte konfisziert hat, müssen sie ihn nun auch noch einsperren. Warum? Xi Jinping, der neue Mann an der Spitze der KP Chinas, müsste doch begreifen – schließlich saß sein eigener Vater in den Gefängnissen von Mao Tse-tung -, dass ein unschuldig im Gefängnis sitzender genauso wie ein unschuldig beim Massaker von 1989 getöteter Mensch große Sympathiewellen provozieren kann. Seit dem Mai dieses Jahres haben bereits mehr als dreihundert Intellektuelle aus aller Welt einen Appell zur Freilassung von Li Bifeng unterzeichnet. Wir vertrauen darauf, dass es bis zum Jahresende zehntausend sein werden. Wir fordern die chinesische Regierung zur Freilassung von Li Bifeng auf. Unrechtsurteile, Menschenverachtung und das Auseinanderreißen von Familien müssen aufhören. Wenn die Richter, die diesen Fall verhandelt haben, auch nur eine Spur von Menschlichkeit besitzen, können sie sich nicht wohl in ihrer Haut fühlen. Politische Macht ist nicht zuletzt vor allem dann gefährdet, wenn sie sich selbst Feinde schafft. (Übersetzt aus dem Chinesischen von Karin Betz)

Aufruf (Chinesisch)
Aufruf (Englisch)
Aufruf (Französisch)

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LESETEXTE

CHINESISCH

Li Bifeng: Poems

Li Bifeng: Poems 2

Li Bifeng: „My prison“

Li Bifeng: Abstract of „The wings of the sky“

Liao Yiwu: Abstract of „Testimonial“


DEUTSCH

Li Bifeng: Auszüge aus „Für ein Lied und hundert Lieder: Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen“ (aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann)

Li Bifeng: Gedichte (aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann)

Li Bifeng: „Erinnerungen an das erste Mal im Knast“, Auszug aus „Gefängnistagebuch“ (aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann)

Li Bifeng: „Die Waffen der Moskitos“, Auszug aus „Gefängnistagebuch“ (aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann)

Li Bifeng: Auszug aus dem Theaterstück „Angst“ (aus dem Chinesischen von Karin Betz)

ENGLISCH

Li Bifeng: Poem „Our Eyes Are Two Dry Wells“

Li Bifeng: Poem „In This Country We Can Only Stay in Hibernation“

Li Bifeng: „Memories of my first time in Prison“, extract from „Dairy in Prison“

Li Bifeng: „The weapons of the mosquitoes“, extract from „Dairy in Prison“

Liao Yiwu: Extract from „For a song and hundred songs: A Poet’s Journey Through a Chinese Prison“ (Translated from Chinese by Wenguang Huang)

 

FRANZÖSISCH

Liao Yiwu: „Dans l’empire des ténèbres: Un écrivain dans les geôles chinoises“ (Traduit du chinois par Gao Yun, Marc Raimbourg et Marie Holzman)

 

TEILNEHMER

Aschaffenburg (Wolfgang Gärthe) | Berlin (internationales literaturfestival berlin) | Bogotá (Hector Abad / Blu Radio) | Bremen (Amnesty International, Exil-Pen, Literaturkontor) | Calgary (Lap Lam / Movement for Democracy in China) | Cologne (Ruth Dickhoven / WDR 5 Bücher – Das Literaturmagazin) | Cottbus (Staatstheater Cottbus) | El Mourouj (Al Amjed Zaier / Maison de Culture de Mourouj) | Glasgow (Jean Rafferty/ WIPC, Scottish PEN) | Hanover (Christian Tschirner / Schauspiel Hannover) | Hong Kong (Patrick Poon/ Independent Chinese PEN Centre) | Istanbul (Moritz Rinke) | Leipzig (Anatolij Grinvald & Elena Inozemtsewa ( Literaturgruppe „buterbrod“ )) | Ljubljana (Ida Hirsenfelder / Radio Student) | Lübeck (Amnesty International Lübeck, Offener Kanal Lübeck) | Midland (Rev. Bob Fu/ ChinaAid Association) | Mzuzu City (Charles Christie Mulaga/ Mapanga Furniture Shop) | New York (Hu Ping / Beijing Spring Magazine) | New York (Fang Zheng) | Nice (Pierre Le Pillouër / Librairie Masséna de Nice) | Paris (Place St Michel in Paris und University for Asian Languages ( INALCO )) | Pittsburgh (Huang Xiang and Liao Yiwu/ Exiled Voices of China & Tibet) | Prague (Vaclav Havel Library) | Quebec (Julie Groleau / P.E.N. Québec) | Ravensburg (Buchhandlung Ulenspiegel) | Santa Barbara (Chella Courington / Santa Barbara City College) | Strasbourg (Denis Huber / Chambre des Régions) | Tokyo (Han Guang) | Toronto (Sheng Xue/ University of Toronto) | Vienna (Martin Winter / Österreich P.E.N. Club / Institut für Sinologie) | Wiesbaden (Harry Oberländer/ Literaturhaus Villa Clementine)

DOKUMENTATION

TONDOKUMENTE

Li Bifeng: Gedichte eingesprochen von Elfriede Jelinek

Li Bifeng: Gedicht 1 eingesprochen von Ai Weiwei (chinesisch)

Li Bifeng: Gedicht 2 eingesprochen von Ai Weiwei (chinesisch)

Li Bifeng: Gedicht 3 eingesprochen von Ai Weiwei (chinesisch)

Li Bifeng: Gedicht 4 eingesprochen von Ai Weiwei (chinesisch)

Li Bifeng: Gedicht 5 eingesprochen von Ai Weiwei (chinesisch)

Li Bifeng: Gedicht 6 eingesprochen von Ai Weiwei (chinesisch)

Li Bifeng: Gedichte eingesprochen von Yaxue Cao (chinesisch)

Li Bifeng: Gedichte eingesprochen von Hu Jia (Video)

PRESSE & FOTOS

Frankfurter Allgemeine – 30.11.2012

Wie man sich Feinde schafft

Die Justiz in China hat einen Mann, der für die Demokratie kämpft, zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Liao Yiwu fordert von der chinesischen Regierung die Freilassung des Schriftstellers Li Bifeng. Lesen Sie hier mehr …

artblogcologne.com

WELTWEITE LESUNG FÜR DEN INHAFTIERTEN CHINESISCHEN DICHTER LI BIFENG: „MIT DER KRAFT DES WORTES GEGEN POLITISCHE WILLKÜR“

Zwölf Jahre verbrachte der chinesische Dichter und Kämpfer für Demokratie Li Bifeng bereits im Gefängnis: zum einen wegen seiner Beteiligung an der Protestaktion auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989, zum anderen wegen angeblicher „Wirtschaftskriminalität“ – eine Anschuldigung, die oft gegen Bürgerrechtler in China erhoben wird. Erfahren Sie hier mehr …

buchjournal – 23.05.2013

Freilassung von Li Bifeng gefordert

Der Demokratieverfechter Li Bifeng verfasste 1998 einen Bericht über die mutige Sitzblockade einer Gruppe von Textilarbeitern auf einer chinesischen Autobahn und spielte diesen Menschenrechtsorganisationen im Ausland zu. Bereits 1989, nachdem er sich an der Protestaktion auf dem Platz des Himmlischen Friedens beteiligt und sich ein halbes Jahr auf der Flucht befunden hatte, wurde er gefasst und wegen „Wirtschaftskriminalität“ zwölf Jahre lang inhaftiert. Lesen Sie mehr …

Lyrikzeitung & Poetrynews -26.05.2013

94. Solidarität mit Li Bifeng

Rede auf der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 von Liao Yiwu. Lesen Sie die komplette Rede hier …

Gießener Anzeiger – 01.06.2013

„Meister der Fluchtversuche“

Auf die Bedrohung und Verfolgung von Schriftstellern und Journalisten wollen Studierende der Justus-Liebig-Universität (JLU) aufmerksam machen. Deshalb haben die jungen Leute im Jahr 2008 die Initiative „Gefangenes Wort“ gegründet, die sich mittlerweile zu einem Verein weiterentwickelt hat. Um noch intensiver auf Einzelschicksale hinzuweisen, kooperiert der Gießener Anzeiger mit dem Verein und stellt jeweils zu Beginn des Monats einen Fall auf der Hochschulseite vor. Heute berichten Lisa Henkel und Madelyn Ritter über den chinesischen Untergrundschriftsteller und -dichter Li Bifeng. Lesen Sie hier mehr …

www.tabathayeatts.blogspot.de

Tabatha Yeatts: The Opposite of Indifference

Over the years, the Chinese authorities have impounded a large trove of Li Bifeng’s writings. Isn’t it enough to take away a writer’s work? Why send him to prison? ~ilb appeal for Li Bifeng. Read more …

KULTURNACHRICHTEN/ Deutschlandradio Kultur – 04.06.2013

Künstler weltweit lesen für Li Bifeng

Künstler aus aller Welt lesen für Li Bifeng. Zum heutigen Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking wollen sie sich so für die Freilassung des chinesischen Untergrunddichters einsetzen. Zu der Aktion hat das Internationale Literaturfestival Berlin aufgerufen. Unterstützer sind unter anderem Ai Weiwei, Elfriede Jelinek, Herta Müller, Salman Rushdie und Friedenspreisträger Liao Yiwu. Li Bifeng wurde im vergangenen November trotz weltweiter Proteste zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Behörden verdächtigten ihn, seinem Freund Liao Yiwu bei dessen Flucht nach Deutschland geholfen zu haben.

scala/ wdr5 – 04.06.2013

Dichter in hoffnungsloser Lage  Li Bifeng – Chinesischer Poet und Demokratieverfechter

Als Dichter in hoffnungsloser Lage hat ihn Liao Yiwu, der Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2012, bezeichnet. Wegen seiner Beteiligung an der Protestaktion auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 und wegen angeblicher Wirtschaftskriminalität hat Li Bifeng bereits zwölf Jahre im Gefängnis verbracht. Mehr …

New York Review of Books – 04.06.2013

A Worldwide Reading for Li Bifeng

The exiled Chinese author Liao Yiwu, the International Literaturfestival Berlin, and a group of prominent international authors are jointly appealing for an international reading on June 4 in support of the imprisoned Chinese author Li Bifeng. The appeal calls on universities, radio and television stations, theaters, and other cultural institutions to hold readings of Li’s works, or of works related to Li’s plight. More …

Journal am Mittag/ SWR2 – 04.06.2013

Lesen für die Freiheit- Internationale Künstler engagieren sich für Li Bifeng

Ruth Kirchner über die Aktion zum Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens.
Heute wollen sich internationale Künstler in einer weltweiten Lesung für die Freilassung des chinesischen Untergrunddichters Li Bifeng einsetzen. Zu der Aktion hat das Internationale Literaturfestival Berlin aufgerufen. Unterstützer sind unter anderem Ai Weiwei, Elfriede Jelinek, Herta Müller, Salman Rushdie und Friedenspreisträger Liao Yiwu. Li Bifeng war im vergangenen November trotz internationaler Proteste zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Derzeit läuft das Berufungsverfahren. Doch die Chancen auf Freilassung stehen schlecht. Mehr …

pen niederlande

Aandacht voor Azië: Li Bifeng

Li Bifeng is een vooraanstaand mensenrechtenactivist, romanschrijver en dichter uit de Chinese provincie Sichuan. Hij wordt sinds september 2011 vastgehouden. Zijn gevangenneming is in strijd met artikel 35 van de Chinese grondwet en het International Covenant on Civil and Political Rights, dat ook door China is ondertekend. More …

BEIJING CREAM – 04.06.2013

The Conversion Of Liao Yiwu: How A Poet Becomes A Dissident

Liao Yiwu was a fledging poet without a formal education, a hot-tempered philanderer prone to fights, a dreamer who actively despised politics — until the early hours of June 4, 1989, when, from the living room of his home in the river town of Fuling, he listened with Canadian Michael Day to shortwave radio reports of Chinese troops opening fire on students around Tiananmen Square. More …

Human Rights in Cuba – 04.06.2013

Paris, June 4: Tribute to Imprisoned Writers

In solidarity with the imprisoned Chinese writer Li Bifeng, the International Literary Festival of Berlin is calling on intellectuals and artists, schools and universities, media, theaters and other cultural institutions around the world to organize readings, June 4, 2013, on the occasion the sad anniversary of the crackdown in Tiananmen Square, and within the framework of the World Wide Reading Day on the theme of resistance. More …

DRadio Wissen/ Kultur – 04.06.2013

Vorlesen als Protest

Zum Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking am 4.6.1989 wollen sich internationale Künstler am Dienstag (04.06.) in einer weltweiten Lesung für die Freilassung des chinesischen Untergrunddichters Li Bifeng einsetzen. Lesen und hören Sie hier mehr …

Schweden

Stockholm
Liao Yiwu 廖亦武 reading his poem “The Massacre”, Meng Huang 孟煌 reading his “Letter to Liu Xiaobo in Prison” and Maria Rosén singing the Swedish folksong “Ballad from Roknäs”, Sergels Torg, Stockholm, Sweden. See the video …

Deutschland

Bochum
Zum Jahrestag des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking vom 4. Juni 1989 initiieren die Peter-Weiss-Stiftung für Kunst und Politik und das internationale literaturfestival berlin eine weltweite Lesung für Li Bifeng.  Die „Bochumer Literaten“ beteiligten sich an dieser weltweiten Lesung für den zu Unrecht inhaftierten Li Bifeng am 4. Juni um 19.30 Uhr im BoLit-Café im Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47 und luden zu der Lesung bei freiem Eintritt ein. Mehr …

Cottbus
Matthias Heine,Bettina Jantzen , Johanna Emil Fülle, Heidrun Bartholomäus, Rolf-Jürgen Gebert, Sophia Lungwitz und Dr. Martin Roeder lesen Auszüge aus Liao Yiwu’s „Für ein Lied und hundert Lieder: Ein Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen“ sowie Gedichte und Auszüge aus dem „Gefängnistagebuch“ von Li Bifeng. Dagmar Klauck und Frank Bernard umrahmen das Nachtaktiv Spezial musikalisch. Zum Youtube-Video…

 

Köln
Weltweite Lesung für den inhaftierten chinesischen Dichter Li Bifeng: „Mit der Kraft des Wortes gegen politische Willkür“. Mehr …

Frankreich

Paris

El próximo martes, 4 de junio, tendrá lugar en París una lectura homenaje a los escritores que sufren persecusión y encarcelamiento, organizada por La maison de l’arbre, la Biennale des poètes en Val de Marne, La Maison des écrivains et de la littérature et le Pen club français, “Écrivains empêchés/Écrivains dépêchés”. More …

Montreuil (Seine-Saint-Denis)
À l’occasion du triste anniversaire des massacres de Tian’anmen, le 4 juin prochain, des lectures auront lieu à travers le monde entier pour soutenir l’écrivain dissident Li Bifeng, condamné à douze ans de prison par la justice chinoise alors qu’il se battait pour la démocratie.  Read more …

Niederlande

Job Degenaar leest het gedicht De Muggen van Li Bifeng, in het kader van World Wide Reading 2013. Video …

Österreich

Wien
Angesichts der anhaltenden Inhaftierung von LI BIFENG, der nach einem willkürlichen Prozess zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilt wurde, nachdem er bereits insgesamt zwölf Jahre im Gefängnis verbrachte, folgte auch Martin Winter – in Kooperation mit dem österreichischen P.E.N. Club – dem Aufruf des internationalen literaturfestivals berlin zur weltweiten Lesung. Mehr …

Tschechische Republik

Prag
On the day of the anniversary of the Tiananmen Square events, the Václav Havel Library is taking part in a worldwide event in which the poetry of the imprisoned writer Li Bifeng is being read. The evening will be hosted by Prof. Olga Lomová, while Daniel Konrád and Jáchym Topol will read from Li Bifeng’s poems and diary entries. More …