Dilek Mayatürk ist eine türkisch-deutsche Lyrikerin, Dokumentarfilmproduzentin und Autorin. Sie studierte Soziologie in Istanbul und setzte ihr Studium an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt fort. Als Dokumentarfilmerin und -produzentin arbeitete sie unter anderem für den türkischen Sender İZ TV und die BBC. Sie schreibt Lyrik auf Deutsch und Türkisch. 2014 erschien in der Türkei ihr erster Gedichtband »Cesaret Koleksiyonu« (Ü: Mutsammlung), 2020 folgte der zweisprachige Band »Brache« mit Gedichten aus sechzehn Jahren Schaffenszeit. Mayatürk findet starke Bilder für existentielle Gefühle wie Wut, Schmerz, Liebe und Verlust. »Mit ihren starken und mitunter krassen Bildern formuliert Dilek Mayatürk poetisch Kritik an einer überkommenen, patriarchalen Haltung gegenüber der Welt. ›Brache‹ ist kraftvolle Anklage und zugleich die poetische Selbstermächtigung einer wachen und empfindsamen Lyrikerin … Eine schonungslose, weibliche Stimme«, so DLF Kultur. 2021 erschien auf Türkisch »Bir Daha Yok Çiçeği«, 2025 der Gedichtband »Neden Olmasın«. Im August 2026 folgt der zweisprachige Band »Wenn du lächelst, zerfällt ein roter Apfel in Scheiben«. 2022 zählte sie außerdem zu den Mitgründer:innen von PEN Berlin.
Mayatürk wurde in der Türkei mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit einer Anerkennung des Cahit-Sıtkı-Tarancı-Preises, 2015 mit dem Gürhan-Uçkan-Poetry-Preis und 2021 mit dem dritten Preis des Kemal-Özer-Poetry-Preises. In Deutschland erhielt sie Literaturstipendien des Berliner Kultursenats (2022), der Stiftung Preußische Seehandlung (2023), der Kulturakademie Tarabya (2023/2024), von Schloss Wiepersdorf (2024) sowie der Casa Baldi und der Villa Massimo (2024). Gemeinsam mit dem Komponisten Amen Feizabadi tritt sie in Duo-Performances auf; für seine Kammerhöroper »Deep Siesta«, uraufgeführt im Januar 2026 bei Ultraschall Berlin, schrieb sie das Libretto. Im Juli 2026 las sie an der Villa Massimo für die Deutsche Akademie Rom. Dilek Mayatürk lebt in Berlin.
Stand: 2026
