Vom 3. bis 12. September 2026 verwandelt sich Berlin zum 26. Mal in ein Zentrum der internationalen Gegenwartsliteratur. Unter dem Motto »You are born with your face turned everywhere« versammelt das Internationale Literaturfestival Berlin (ILB) etablierte und neue Stimmen aus vielen Weltregionen. Das hochkarätig besetzte Festivalprogramm greift gesellschaftliche Debatten auf und feiert erstmals in größerem Umfang die Verbindung von Literatur mit Musik, Performance und Tanz.
Zu den Höhepunkten des Programms zählen Lesungen und Gespräche mit Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, Christian Kracht, Cornelia Funke, Christopher Clark und Dave Eggers. Zahlreiche Schauspieler:innen tragen deutsche Texte auf der Bühne vor, darunter Ulrich Matthes, Martina Gedeck und Charly Hübner.
Das Festival bringt Lesende und Schreibende zusammen. Die sorgfältig kuratierte Auswahl von Live-Erlebnissen auf dem ILB erweckt Geschichten zum Leben und lädt zum Austausch ein. Mehr als 25.000 Besucher:innen treffen auf über 100 Schriftsteller:innen aus rund 40 Ländern. 240 Mitwirkende aus Literatur, Musik, Wissenschaft und Gesellschaft gestalten rund 120 Veranstaltungen – darunter Lesungen, Panels, Performances und Workshops.
Das Festival wird am 3. September feierlich eröffnet, mit einer Eröffnungsrede des diesjährigen Curator in Residence Jeet Thayil und einem Grußwort des Schirmherrn Boualem Sansal.
FESTIVALMOTTO »YOU ARE BORN WITH YOUR FACE TURNED EVERYWHERE«
Die einzigartige Kraft der Literatur liegt darin, für eine Weile in ein ganz anderes Leben einzutauchen. Das diesjährige Festivalmotto greift diese radikale Offenheit gegenüber neuen Perspektiven auf, die Lesende und Schreibende verbindet. Das Motto spiegelt sich wider im Festivalprogramm, das wie nie zuvor Sparten- und Genregrenzen überschreitet: Literatur von Prosa zu Lyrik, von Graphic Novel zu Wimmelbuch, trifft beim 26. ILB auf Jazz- und Kammermusik, Performance und Tanz.
»Ich bin überzeugt, dass das Festival in einer stark vernetzten und gleichzeitig unübersichtlichen Welt kuratierte Oasen der Aufmerksamkeit schafft. Wir möchten unseren Festivalgästen Vertiefung anbieten und sie dazu einladen, den Blick in immer neue Richtungen zu wenden.«
LAVINIA FREY, FESTIVALLEITUNG
DAS FESTIVAL IM FESTIVAL: CURATOR IN RESIDENCE JEET THAYIL
Für die 26. Ausgabe des Festivals weitet das ILB das 2024 eingeführte Programm des Curator in Residence zu einem Festival im Festival aus. Der indische Schriftsteller, Dichter und Musiker Jeet Thayil beschreibt sein Programm als eine »Jam-Session«, in der verschiedene Kunstformen und Kulturen aufeinandertreffen, um spontan einzigartige Bühnenerlebnisse zu kreieren. Im Zentrum seiner zehn Veranstaltungen stehen Kollaboration, Improvisation und die Einmaligkeit künstlerischer Darbietung. Mit seinen Gästen, darunter Eileen Myles, Tishani Doshi und Mohammed Hanif, erkundet Thayil die Verbindung von Schreiben und Performance und fragt nach der Rolle künstlerischer Zusammenarbeit in einer globalisierten Welt. Erstmals in der Geschichte des Festivals performen Autor:innen darüber hinaus gemeinsam mit der ILB House Band, einem Jazz-Trio unter der Leitung von Diego Piñera, das im Curator in Residence Programm und darüber hinaus für eine einzigartige Festivalatmosphäre sorgt.
Thayil, der mit seinem Debütroman »Narcopolis« (2012) internationale Bekanntheit erreichte, gestaltete das Festivalmotto zusammen mit dem ILB-Team. »You are born with your face turned everywhere«, eine Passage aus der Shvetashvatara Upanishad, deren englische Übersetzung er selbst bearbeitet hat, steht seinem neuesten Roman »The Elsewhereans« (2025) voran, in dem Thayil Herkunft und Zugehörigkeit in einem Leben zwischen Kontinenten beschreibt. Dieser weltoffene Blick ist der Leitgedanke seines Programms und inspirierte die Wahl des diesjährigen Mottos:
»Mich fasziniert die Inklusivität dieses Gedankens. Dass jeder Mensch alles ist. Dass Trennungen nach Geschlecht, Herkunft oder politischer und sexueller Identität hinter unserer größeren menschlichen Identität zurücktreten. Das ist eine so weise Art, dem einen Leben zu begegnen, das uns geschenkt wurde. Es ist bemerkenswert, dass dieser Text um das 4. Jahrhundert v. Chr. entstanden ist.«
JEET THAYIL, CURATOR IN RESIDENCE
LITERARISCHE HEADLINER
Auch 2026 bringt das ILB wieder bedeutende Stimmen der Weltliteratur nach Berlin und knüpft damit an die große Resonanz des Jubiläumsprogramms im Vorjahr an. Aus »25 Jahre Weltliteratur« wird »Literaturwelten«. Unter diesem Titel präsentiert das Festival fünf Veranstaltungen mit Autor:innen aus Asien, Afrika, Europa, Lateinamerika und Nordamerika: Literaturnobelpreisträgerin Han Kang, Yvonne Adhiambo Owuor, Julia Fiedorczuk, Daniela Catrileo, Dave Eggers, Katie Kitamura und Christian Kracht.
Zu den weiteren Höhepunkten des literarischen Programms zählen Lesungen und Gespräche mit internationalen Autor:innen wie Douglas Stuart, Adania Shibli, Vigdis Hjorth und Amitav Ghosh.
DIALOGE & DISKUSSIONEN
Im Format Dialoge & Diskussionen lädt das ILB Besucher:innen ein, an zentralen Debatten der Gegenwart teilzuhaben und dabei Blicke in die Vergangenheit und Zukunft zu werfen. Sieben Panels und zwei Themenabende bringen ein weites Spektrum von Meinungen auf die Bühne zum gemeinsamen Diskutieren, Zweifeln, Widersprechen und Überzeugen. Zu den zentralen Themen gehören dieses Jahr die öffentliche Debattenkultur in Deutschland und die Fragilität demokratischer Strukturen weltweit. So greift das Panel »Der Streit um das Recht« den Fall der Juristin Frauke Brosius-Gersdorf auf und fragt, wie »defekt« die Debatte um ihre Verfassungsrichterkandidatur tatsächlich war. Unter dem Titel »Steht am Ende die Freiheit« erörtern Schriftsteller:innen und Aktivist:innen an einem Abend die Erfahrungen iranischer Menschen in Zeiten von Krieg und Krise. Der renommierte Historiker Christopher Clark spricht mit Andreas Kossert über dessen Familiengeschichte von Flucht und Vertreibung im polnischen Lodz. Zusammen mit der Autorin Karolina Kuszyk feiern sie die Premiere von Kosserts persönlichstem Buch »Elsas Welt«. Weitere Veranstaltungen blicken auf digitale Gewalt gegen Frauen, die Lebensrealität ostdeutscher Menschen, deren Familien zum Teil in Afrika wurzeln, die zunehmende Macht der Tech-Bros, die Wahlerfolge von Rechtspopulist:innen in Deutschland sowie die Erfahrungen demokratischer Aktivist:innen im Exil.
JUNGES PROGRAMM
Das Junge Programm (6. bis 16. September) bringt junge Leser:innen mit internationalen Autor:innen und ihren Geschichten zusammen. Eröffnungsrednerin Özge Samancı, Cornelia Funke, Sydney Smith, Mareike Krügel und viele weitere Gäste präsentieren Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane sowie Graphic Novels an verschiedenen Spielorten in Berlin, darunter neben dem Haus der Berliner Festspiele auch das Theater an der Parkaue und die gelbe Villa. Publikumsstarke Lesungen und individuelle Workshops bilden das Herzstück des Jungen Programms.
Erstmals haben im Rahmen des Projekts »Jugend kuratiert« Jugendliche selbst mitentschieden, welche Bücher beim Festival vorgestellt werden. Neu in diesem Jahr ist außerdem die Lesesause am 6. September im Haus der Berliner Festspiele als Fest für Kinder mit ihren Familien, welches neben Lesungen und Mitmachaktionen auch eine große Konzertparty bietet.
ROTE FÄDEN
Rote Fäden, die sich durch das diesjährige Festivalprogramm ziehen, sind die Themen Umwelt und Ökologie, Macht, Technik und Dystopien, Krieg und Krise, sowie die Wichtigkeit offener Debatten als Grundstein demokratischer Gesellschaften. Ein weiteres verbindendes Motiv ist die Frage nach Herkunft und Zugehörigkeit im Zeitalter der Globalisierung und die Erfahrungen der »Elsewhereans«, die im allseitig vernetzten globalen Dorf ihre Heimat gefunden haben. Die Mitwirkenden des Festivals verarbeiten diese Themen auf verschiedenste Weise und eröffnen dem Publikum einzigartige Zugänge in der Form von Fiktion, Diskussion, Performance und Musik.
Die Programmhefte für Allgemeines sowie Junges Programm stehen auf www.literaturfestival.com zum Download bereit. Tickets für alle Veranstaltungen sind ab sofort erhältlich.
SCHIRMHERR
Schirmherr der 26. Ausgabe des Internationalen Literaturfestivals Berlin ist Boualem Sansal.
SPIELORTE
Programm:
Haus der Berliner Festspiele (Festivalzentrum) | Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung | Humboldt Forum | JVA des offenen Vollzugs, Teilanstalt Robert-von-Ostertag-Str. | Berliner Philharmonie | Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung | Bookinista
Junges Programm:
Haus der Berliner Festspiele | die gelbe Villa | Theater an der Parkaue | Workshops in zahlreichen Berliner Kulturinstitutionen
TERMINE & WEITERE INFOS 26. ILB
3. – 12. September 2026 Programm
6. – 16. September 2026 Junges Programm
Weitere Informationen: literaturfestival.com
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TICKETS & PREISE
Tickets sind hier erhältlich: https://www.berlinerfestspiele.de/programm/2026/internationales-literaturfestival-berlin
Die Abendkasse öffnet an allen Veranstaltungsorten jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. An der Tageskasse im Gropius Bau können Sie ebenfalls Tickets für das ILB erwerben.
Servicetelefon der Berliner Festspiele unter +49 (0) 30 25489 – 100
oder per Mail an ticketinfo@berlinerfestspiele.de
Regulär: 12 € | ermäßigt: 8 €
Sonderpreis regulär: 18 € | ermäßigt: 12 €
Sonderpreise gelten für ausgewählte Veranstaltungen.
Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite.
Festivalpass 150 € | 75 €
Graphic Novel Day Pass 5 €
TICKETS & BERATUNG JUNGES PROGRAMM
tickets@literaturfestival.com
Servicetelefon: +49 (0) 30 – 278786 – 70 / – 72
Mo – Fr, 10 – 17 Uhr
PREISE JUNGES PROGRAMM
Schulklassen: 5 € je Schüler:in (Begleitpersonen sind kostenfrei) | ermäßigt: 3 € je Schüler:in
Einzelpersonen: 12 € Vollpreis | ermäßigt: 8 €
Weitere Informationen: literaturfestival.com/junges-programm-besuch/
HAUPTFÖRDERER
Hauptstadtkulturfonds
HAUPTFÖRDERER Programm Curator in Residence
LOTTO-Stiftung Berlin
HAUPTSPONSOR JUNGES PROGRAMM
Thalia
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Berliner Festspiele
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Pressekontakt
Dr. Dennis Kölling
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Internationales Literaturfestival Berlin
dennis.koelling@literaturfestival.com | +49 30 27 87 86 42
