22. ilb 07. - 17.09.2022

David Van Reybrouck und Angeline Boulley halten Eröffnungsreden des 22. ilb

Reybrouck und Boulley
David Van Reybrouck [© Frank Ruiter], Angeline Boulley [© Marcella Hadden]

Am 7. September wird das 22. ilb mit Reden des Autors, Historikers und Archäologen David Van Reybrouck sowie der US-amerikanischen Schriftstellerin Angeline Boulley eröffnet.

In seiner Eröffnungsrede für das 22. ilb wird David Van Reybrouck die Kolonisierung der Zukunft analysieren und mögliche Wege erkunden, sie zu bekämpfen: »Selbst wenn wir uns mit dem Kolonialismus der Vergangenheit abfinden sollten, unternehmen wir immer noch nichts gegen die dramatische Art und Weise, in der wir jetzt die Zukunft kolonisieren. Die Menschheit erobert und beutet das nächste Jahrhundert mit der gleichen Rücksichtslosigkeit, Gier und Kurzsichtigkeit aus, mit der sie sich in früheren Zeiten Kontinente angeeignet hat.« – David Van Reybrouck

»David Van Reybrouck verdichtet Geschichte und Politik auf einem literarischen Niveau, das mich neidisch macht. Vor allem seine Neugier, sein Fleiß, seine Unbeirrbarkeit und seine Freundlichkeit zeichnen Van Reybroucks Arbeit aus. Ich bin sehr froh und dankbar, dass er uns zur Eröffnung des 22. ilb mit einer Rede über die Kolonisierung der Zukunft beschenken wird.« – Ulrich Schreiber, Festivaldirektor und Programmleiter

Ebenfalls im Haus der Berliner Festspiele wird Angeline Boulley die Sektion Internationale Kinder- und Jugendliteratur eröffnen – mit einer Rede über eine angemessene Darstellung indigener Völker in der Literatur, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Dies ist ihr erster Auftritt in Europa und die Deutschlandpremiere ihres Bestsellers »Firekeeper’s Daughter«.

»Mit ihrem ebenso poetischen wie mitreißenden Jugendroman ›Firekeeper’s Daughter‹ hat Angeline Boulley einen bemerkenswerten Eindruck auf dem US-amerikanischen Buchmarkt hinterlassen.« – Christoph Rieger, Programmleiter Internationale Kinder- und Jugendliteratur

In den vergangenen Jahren wurden die Eröffnungsreden des Festivals und der Sektion Internationale Kinder- und Jugendliteratur unter anderem von Leїla Slimani, Mario Vargas Llosa, Sally Nicholls und Arundhati Roy gehalten. Die Eröffnung des 22. ilb findet am 7. September 2022 um 18:00 Uhr im Haus der Berliner Festspiele, dem Festivalzentrum des 22. ilb, statt. Die Sektion Internationale Kinder- und Jugendliteratur wird am gleichen Tag um 09:30 Uhr eröffnet. Karten für die Festivaleröffnung können ab dem 9. August über die Ticketseite des Festivals erworben werden. Karten für die Eröffnung der Sektion Internationale Kinder- und Jugendliteratur sind bereits im öffentlichen Vorverkauf.

Über David Van Reybrouck

David Van Reybrouck, geboren 1971, ist ein Schriftsteller, Historiker und politischer Denker, der mit Schriften wie »Gegen Wahlen« und »Für einen anderen Populismus« internationale Debatten anstieß. Sein Hauptwerk ist »Kongo: Eine Geschichte«. Im Herbst 2022 erscheint »Revolusi: Indonesien und die Entstehung der modernen Welt.« Van Reybrouck wurde für seine Arbeit mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem AKO Literatuurprijs, dem Prix Médicis essai, dem NDR Kultur Sachbuchpreis, dem Premio Kapuściński sowie dem Preis des Europäischen Buches. Er ist Ehrenvorsitzender des PEN Vlaanderen, Direktor des G1000, einer Plattform für demokratische Innovation in Belgien, und Vorsitzender der FIDE [Federation for Democratic Innovation Europe]. Der Autor erhielt die Ehrendoktorwürde der Brüsseler Universität Saint Louis und lebt in Brüssel und Amsterdam.

Über Angeline Boulley

Angeline Boulley, geboren 1966, ist eine amerikanische Schriftstellerin und Mitglied des Sault-Stamms der Chippewas. Für ihren Debütroman »Firekeeper’s Daughter«, ein New-York-Times-Bestseller, wurde sie mit dem Walter Dean Myers Award for Outstanding Children’s Literature, dem Michael L. Printz Award sowie dem William C. Morris YA Debut Award ausgezeichnet. Derzeit bereitet die von Barack und Michelle Obama gegründete Produktionsfirma Higher Ground die Verfilmung des Romans als Netflix-Serie vor. Laut »Publishers Weekly« wird der zweite Roman von Boulley für Ende 2023 erwartet und handelt von einer Heldinnenfigur, einer »indigenen Lara Croft«, die in Museen eindringt, um die menschlichen Überreste ihrer Vorfahren heimzubringen. Angeline Boulley lebt im Südwesten Michigans.