22. ilb 07. - 17.09.2022

Léonie Bischoff

Léonie Bischoff, geboren 1981 in Genf, ist Comic-Autorin und Illustratorin. Sie studierte an der École supérieure des arts Saint-Luc und arbeitete im Anschluss an ihr Diplom ein Jahr als Buchhändlerin.

Nach mehreren Beiträgen in Anthologien erschien mit »Princesse Suplex« (2010; Ü: Prinzessin Suplex) Bischoffs erste eigenständige Publikation. Darin geht es um eine Frau, die unter der Woche einem Bürojob nachgeht und am Wochenende als Amateur-Wrestlerin in den Ring steigt. 2013 erschien »Hoodoo Darlinʼ«, eine Abenteuergeschichte, die während der sechziger Jahre in den Bayous von Louisiana spielt. Der Band wurde für den Prix Töpffer nominiert, den die Stadt Genf an Comic-Autor*innen vergibt. Es folgte eine in Zusammenarbeit mit dem Szenaristen Olivier Bocquet konzipierte Krimitrilogie, bestehend aus »La Princesse des glaces« (2014; Ü: Die Eisprinzessin), »Le Prédicateur« (2015; Ü: Der Prediger) und »Le Tailleur de pierres« (2018; Ü: Der Steinmetz). Den Bänden liegen drei erfolgreiche Romane der schwedischen Krimiautorin Camilla Läckberg zugrunde, in denen die Schriftstellerin Erica Falck und der Kommissar Patrik Hedström mysteriöse Mordfälle aufzuklären versuchen. Ebenfalls 2018 veröffentlichte Bischoff beim Brüsseler Verlag Le Lombard in der Reihe »La Petite Bédéthèque des Savoirs« gemeinsam mit dem Theologen und Althistoriker Thomas Römer den Band »Naissance de la Bible« (2018; dt. »Die Geschichte der Bibel«, 2019). Die Reihe kombiniert Expert*innenwissen mit der Kunst der Illustration und soll Leser*innen komplexe Themen in Comic-Form nahebringen. Zuletzt erschienen ist der 190 Seiten starke Band »Anaïs Nin. Sur la mer des mensonges« (2020; Ü: Anaïs Nin. Auf dem Meer der Lügen). Bischoff widmet sich darin der Schriftstellerin Anaïs Nin (1903–1977), die nicht zuletzt für ihre umfangreichen und freizügigen Tagebücher bekannt ist. Von diesen ausgehend, erzählt Bischoff die Geschichte der sexuellen und intellektuellen Befreiung einer Frau von den Fesseln ihrer Zeit, nicht zuletzt angestoßen durch ihre Begegnung mit dem sehr viel älteren Schriftsteller Henry Miller. Die französische Zeitschrift »Télérama« urteilte: »Eine so mitreißende wie inspirierte Graphic Novel über Anaïs Nins Jahre der Selbstfindung im Paris der Dreißiger.« Der Band wurde 2020 auf dem Festival International de la Bande Dessinée dʼAngoulême mit dem Fauve dʼAngoulême-Publikumspreis ausgezeichnet.

Bischoff lebt in Brüssel. Sie ist Mitglied des Collectif des créatrices de bandes dessinées contre le sexisme, einer Vereinigung von Comic-Künstlerinnen, die sich gegen Sexismus in Feld der Comic-Kritik starkmachen. Sie gehört außerdem zum Atelier Mille, einem Zusammenschluss aus sieben jungen Comic-Autor*innen, die zusammenarbeiten und gemeinsam ausstellen.