22. ilb 07. - 17.09.2022

Specials

Rebecca Rukeyser, Pilar Quintana und Bruno Duhamel
Rebecca Rukeyser, Pilar Quintana und Bruno Duhamel [© Rebecca Rukeyser / Janine Kuehn, Manuela Uribe, I. Sivan]

Jedes Jahr anders, jedes Jahr special. Das ilb präsentiert Projekte und Veranstaltungen zu ausgewählten Sonderthemen.
Dieses Jahr:

Echo. Echo: Postsoviet Cosmopolis

Words of Love and Hate II: Frauenhass vs. Female Empowerment

Not Dead But Dreaming: Arabische Gegenwartsliteratur

12. Graphic Novel Day

Literatur hinter Gittern

Landpartie

Echo. Echo: Postsoviet Cosmopolis

Das Special »Echo. Echo: Postsoviet Cosmopolis« ist Ästhetiken und Diskursen postsowjetischer Literaturen gewidmet. Seit dem Zerfall der Sowjetunion in den frühen 1990er Jahren ist eine neue Literatur entstanden, die sich grenzüberschreitend in transnationalen Kontexten entwickelt und zugleich historisch verwurzelt ist. Welches Erbe hat die sowjetische Kultur- und Sprachpolitik hinterlassen? Wie setzt sich diese Literatur mit kapitalistischen und sozialistischen Werten auseinander? Welche Rolle spielen mehrsprachige Literaturen sowie translinguale Poetiken im Zusammenhang mit dem postsowjetischen literarischen Raum? Wie antworten Autor:innen in ihren Texten auf vergangene Herrschaftsformen und welche neuen Utopien entwerfen sie? Und wie reagieren sie jüngst auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine? Jenseits des langen Schattens eines nach wie vor präsenten Kalter Krieg-Interpretationsschemas, das die Vielgestaltigkeit postsowjetischer Kulturen unter einen Begriff zwingt, sucht ein neuer postsowjetischer Kosmopolitismus nach anderen Erzählungen. Er findet Gemeinschaft zwischen den Sprachen und Freiheit in neuen politischen Ordnungen.

Die Reihe »Echo. Echo« ist eine Kooperation zwischen dem Exzellenzcluster »Temporal Communities: Doing Literature in a Global Perspective« der Freien Universität Berlin und dem internationalen literaturfestival berlin [ilb].

Words of Love and Hate II: Frauenhass vs. Female Empowerment

Misogynie, Missbrauch und Missachtung von Frauen – Spuren davon finden sich in fast allen Lebensbereichen. Misogyne Gewalt ist zudem wiederkehrendes Thema künstlerischer Produktion – auch in der feministischen Gegenwartsliteratur. In Reportagen, autobiografischen Essays, Manifesten und Romanen erzählen Autor:innen von Femiziden, Mutterschaft, Solidarität unter Frauen, utopischen Geschlechterverhältnissen und Möglichkeiten von Gemeinschaft. Misandrie – tief verwurzelte Männerfeindlichkeit – ist eine der Reaktionen auf Misogynie, aber sicher nicht die einzige. Im Rahmen des 22. ilb setzen wir unsere 2021 begonnene Veranstaltungsreihe zum Komplex Misogynie fort. Dabei werden Ursachen sowie Möglichkeiten des Widerstands und Empowerments aufgezeigt.

U.a. mit den Autor:innen Bernardine Evaristo, Monika Fagerholm, Burcu Karakaş, Nazli Karabiyikoglu, Jennifer Makumbi, Pilar Quintana, Antje Rávik Strubel, Nicole Seifert, Julia Weber.

Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch die Stiftung Frauen in Europa / TuWas-Stiftung für Gemeinsinn.

Not Dead But Dreaming: Arabische Gegenwartsliteratur

War die Revolution nur ein Traum? Zehn Jahre nach dem Ende des arabischen Frühlings im Jahr 2012 widmet das 22. ilb der arabischen Gegenwartsliteratur einen Fokus. Es geht um die spekulative Kraft des Träumens, um Möglichkeiten, schreibend traumatische Erfahrungen zu thematisieren und die Vielfalt der Perspektiven auf die und aus der arabischen Welt: von experimenteller Prosa, islamischen Bildwelten und den Gespenstern des Spätkapitalismus bis zu feministischen Perspektiven auf Flucht und Rückkehr.

12. Graphic Novel Day

Bild trifft Text. Seit 2011 stellt der Graphic Novel Day jährlich eine Auswahl der spannendsten Comic-Neuerscheinungen vor. Am 10. und 11. September 2022 findet in Kooperation mit EUNIC im silent green Kulturquartier ein zweitägiges Programm mit 8 Comic-Künstler:innen statt. Sie unterhalten sich mit Kuratorin Lilian Pithan über die Kunst des Comics, lesen aus ihren Werken und zeigen Slideshows.

Mit Max Baitinger, Bruno Duhamel, Anneli Furmark, Everett Glenn, Matthias Gnehm, Ana Penyas, Max de Radiguès und Maki Shimizu.

Literatur hinter Gittern

International renommierte Gäste des ilb begeben sich seit 2002 während des Festivals freiwillig hinter Gitter. In verschiedenen Justizvollzugsanstalten der Stadt lesen sie und kommen mit den Inhaftierten ins Gespräch. Die Veranstaltungen sind nicht öffentlich.

Landpartie

Alaska-Lesung und Birdwatching in Brandenburg.
Mit Rebecca Rukeyser, Nell Zink und dem NABU.

Die Schriftstellerin Lola Randl hat zusammen mit Freund:innen einen Bahnhof in Brandenburg als Kulturort ins Leben gerufen. Das ilb ist dort am 17. September 2022 für Lesung und Vogelspaziergang für einen Nachmittag zu Gast.

16 Uhr: Vogelspaziergang mit den Schriftstellerinnen und Hobby-Ornithologinnen Rebecca Rukeyser und Nell Zink sowie dem NABU [Naturschutzbund Deutschland] e.V. Jährlich ruft der NABU zur Wahl des »Vogel des Jahres« auf, um auf gefährdete Arten und Lebensräume aufmerksam zu machen. Vom 2. September – 27. Oktober können alle ihre Stimme abgeben auf www.vogeldesjahres.de. Welche Vögel es in Brandenburg zu entdecken gibt, erklärt Vogelexperte Martin Rümmler.

18 Uhr: Rebecca Rukeysers »The Seaplane on Final Approach« handelt von einer jungen Frau, die es für einen Aushilfsjob in eine Lodge in Alaska verschlagen hat. Abseits von den üblichen Touristenabenteuern sucht sie nach neuen Erfahrungen. »Die alte Geschichte – Welpenliebe trifft auf verblassende Lust und treibt ihre Todesspirale in den Kopf einer jungen Frau – wird hier mit der schamlosen Authentizität von 2022 erzählt.« – urteilte Nell Zink. Sie spricht mit Rukeyser über ihren Debütroman.

Vom Bahnhof Gesundbrunnen besteht eine direkte Verbindung nach Wilmersdorf [b. Angermünde]. Für die Teilnahme am Vogelbeobachtungsspaziergang und Lesung empfehlen wir die Ankunft um 15:41 Uhr. Wer nur zur Lesung kommen möchte, sollte um 17:41 Uhr eintreffen.