23. ilb 06. – 16.09.2023

C Pam Zhang

C Pam Zhang wurde 1990 in Peking geboren und zog mit vier Jahren mit ihrer Familie in die USA, wo ihre Kindheit und Jugend von zahlreichen Wohnortwechseln bestimmt waren. Zhang studierte an der Brown University und der Cambridge University und erwarb einen MFA in Fiction. Im Anschluss arbeitete sie einige Jahre in einem Start-up in San Francisco, in denen ihr nur wenig Zeit zum Schreiben blieb. Sie beschloss, die USA für eine Weile zu verlassen, und zog nach Bangkok, wo sie Short Storys und erste Entwürfe für ihren Debütroman schrieb.
2020 erschien »How Much of These Hills Is Gold« (dt. »Wie viel von diesen Hügeln ist Gold«, 2021), angesiedelt in der Zeit des Goldrauschs im amerikanischen Westen. Die Autorin entwirft einen historisch inspirierten, mit irrealen Elementen versetzten Realismus, in dem etwa Tiger den Wilden Westen durchstreifen. Das Buch erzählt die Geschichte der zwölfjährigen Lucy und des elfjährigen Sam, Kinder chinesischer Migranten. Sie verlieren ihren Vater, der von einem großen Goldfund geträumt hat, nachdem dreieinhalb Jahre zuvor bereits ihre Mutter gestorben war. Auf sich allein gestellt und mittellos, kämpfen Lucy und Sam in einer feindseligen Umwelt ums Überleben. Sie benötigen zwei Silberdollarmünzen, die sie – so will es das Totenritual – auf die Augen ihres Vaters legen müssen, wenn sie ihn begraben wollen. Mit dem verwesenden Leichnam, den sie in einer behelfsmäßigen Truhe auf dem Rücken eines gestohlenen Pferdes transportieren, gehen sie auf die Suche nach einem geeigneten Begräbnisplatz. »Wie viel von diesen Hügeln ist Gold« ist ein Buch über die »Einsamkeit von Einwander*innen«, so Zhang, über Rassismus und die Notwendigkeit zu trauern. Der sehr bildstarke und auf Atmosphären setzende Roman ist zudem eine implizite Erinnerung an die vergessenen chinesischen Arbeiter*innen, die beim Bau der transkontinentalen Eisenbahnstrecke in den 1860er Jahren eine wesentliche Rolle gespielt haben und durch den Chinese Exclusion Act ab 1882 daran gehindert wurden, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft anzunehmen. Er ist »ein Gegenentwurf zu den althergebrachten amerikanischen Gründungsgeschichten […] und fragt: ›Wodurch wird ein Zuhause ein Zuhause‹?«, so »The New Yorker«. »Wie viel von diesen Hügeln ist Gold« wurde mit dem Academy of Arts and Letters Rosenthal Award und dem Asian/Pacific Award for Literature ausgezeichnet und u. a. 2020 für den Booker Prize nominiert.
Zhangs Short Storys und Essays sind in einer Reihe von Print- und Online-Publikationen erschienen, darunter in »The New York Times«, »Harper’s Bazaar« und »The New Yorker«. Zhang war 2017 Truman Capote Fellow und Teilnehmerin des Iowa Writerʼs Workshop. Sie ist eine der »5 Under 35 Honorees« der National Book Foundation und lebt in San Francisco.