23. ilb 06. – 16.09.2023

Zadie Smith

Portrait Zadie Smith
Zadie Smith [© Dominique Nabokov]

Zadie Smith wurde 1975 in London geboren. Sie studierte Englische Literatur am King’s College, Cambridge.

Bereits mit ihrem Debütroman »White Teeth« [2000; dt. »Zähne zeigen«, 2001] gelang ihr der internationale Durchbruch als Schriftstellerin. Der Engländer Archibald und der aus Bangladesch stammende Samad waren einst Kameraden im Zweiten Weltkrieg. Als sie sich dreißig Jahre später in London wiedertreffen, knüpfen sie an ihre Freundschaft an. Zahlreiche Nebenfiguren bevölkern den lebendig und humorvoll geschriebenen Roman, dessen Themen von Eheproblemen bin hin zu religiösem Fanatismus reichen und in dem verschiedene Einwanderergruppen ebenso wie die englische Mittelschicht aufs Korn genommen werden. »›Zähne zeigen‹ ist leichtfüßige, lebenslustige und vor allem: liebevoll gestaltete Literatur«, urteilte die »WELT«. Es folgten weitere Romane, darunter »On Beauty« [2005; dt. »Von der Schönheit«, 2006], der für den Booker Prize nominiert und mit dem Orange Prize ausgezeichnet wurde. Howard Belsey, liberaler Hochschuldozent, lebt mit seiner Familie in Neuengland. Er hat nur einen Feind: Monty Kipps, ebenfalls Uniprofessor. Und ausgerechnet in dessen Tochter verliebt sich Howards Sohn. So nimmt eine turbulente Gesellschaftskomödie ihren Anfang.

Zadie Smith tritt seit Beginn ihrer Karriere auch als Autorin von Essays in Erscheinung, in denen sie sich als scharfsinnige Beobachterin des Zeitgeschehens zeigt. Als Sammelband zuletzt erschienen ist »Intimations« [2020; dt. »Betrachtungen«, 2020] mit sechs kurzen Essays aus den ersten Monaten des Corona-Lockdowns, in denen Zadie Smith über diese bislang unbekannte Situation nachdenkt und den Fragen nachgeht, die sich daraus ergeben. Themen sind u. a. das Verhältnis von Zeit und Arbeit, die Bedeutung anderer Menschen in der Isolation und Verachtung und Mitgefühl in der Krise. »Smith ist eine wunderbare Essayistin; sie ist ein Naturtalent. Sie schreibt, wie sie denkt, und sie denkt knackig und genau«, so der »Guardian«. Im Original bereits 2019 und in deutscher Übersetzung 2021 erschienen ist Zadie Smiths erster Erzählband »Grand Union«. So unterschiedlich die neunzehn darin versammelten Geschichten auch angelegt sind, zeichnen sie sich doch wie ihr bisheriges Werk durch einen Hang zum Absurden und einen eigenwilligen Humor aus.

Für ihr Gesamtwerk erhielt Zadie Smith 2016 den »WELT«-Literaturpreis und 2018 den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Sie ist Professorin für Kreatives Schreiben an der New York University und Mitglied der American Academy of Arts and Letters. Die Autorin lebt in London.

Stand: 2022