23. ilb 06. – 16.09.2023

Tobias Steinfeld

Tobias Steinfeld wurde 1983 in Osnabrück geboren. Er machte zunächst eine Ausbildung zum Schilder- und Lichtreklamehersteller und studierte dann Kommunikationswissenschaften und Germanistik in Mannheim und Essen. Währenddessen arbeitete er als Inklusionshelfer an einer Förderschule.
2018 erschien sein erster Roman »Scheiße bauen: sehr gut« für Heranwachsende ab zwölf Jahren. Er handelt vom 14-jährigen Paul, der die achte Klasse des Gymnasiums besucht, aber recht faul und unmotiviert ist. Mit etwas Schlauheit schafft er es trotzdem jedes Mal, in die nächste Jahrgangsstufe versetzt zu werden. Als die Schüler*innen seiner Klasse sich einen Praktikumsplatz für zwei Wochen suchen sollen, bleibt Paul wiederum untätig und wird von seiner Lehrerin schließlich einer Förderschule zugewiesen. Durch eine Verwechslung meinen dort alle, er sei ein neuer Schüler, und Paul beeilt sich auch nicht, das Missverständnis aufzuklären. Denn schnell erkennt er, dass ein Förderschüler einige Vorteile genießt: Playstation spielen, am Whirlpool chillen und im Ruheraum faulenzen. Die unbeschwerte Zeit nimmt für Paul ein Ende, als der Hausmeister zufällig seine eigentliche Identität herausfindet. Nun muss Paul endlich Position beziehen. Steinfeld berührt mit seinem Coming-of-Age-Roman auf amüsante Weise die Themen Inklusion und Behinderung. Auch sein zweites Buch »Kein Plan« (2019) ist ein Coming-of-Age-Roman und richtet sich an Jugendliche ab 13 Jahren. Albert steht kurz vor Ende seiner Schulzeit und rätselt darüber, was er danach tun soll: Abitur machen, eine Lehre beginnen, sich bei einem Start-up andienen? Während sein Vater möchte, dass Albert studiert, will seine Freundin, dass er als Maurer seine Muskeln trainiert. In diesem Spannungsfeld verschiedener Ratschläge und der eigenen Unsicherheit gerät Albert schließlich in ein verrücktes Abenteuer. Steinfeld schreibt außerdem Theaterstücke. »27 Monate«, das 2014 an den Städtischen Bühnen Osnabrück in der Regie von Marie Bues aufgeführt wurde, erzählt auf unterhaltsame Weise von drei schwangeren Schwestern und thematisiert den heutzutage unnatürlichen Umgang mit einem natürlichen Ereignis und die Gründe dafür.
Steinfelds Werke wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Osnabrücker Dramatikerpreis, dem Richtungsding-Preis und dem Mannheimer Feuergriffelstipendium. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit leitet er regelmäßig Schreibwerkstätten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, deren Texte er in Anthologien herausgibt, als Hörspiele produziert und in Blogs teilt. Der Autor lebt in Düsseldorf.