Thomas von Steinaecker

Portrait Thomas von Steinaecker
Thomas von Steinaecker [© Dirk Skiba]

Der deutsche Schriftsteller, Filmregisseur und Journalist Thomas von Steinaecker wurde 1977 im bayerischen Traunstein geboren. Er studierte Germanistik sowie Englische und Amerikanische Literaturwissenschaft in München und Cincinnati und promovierte 2006. Während seines Studiums arbeitete er als freier Journalist und veröffentlichte mehrere Erzählungen.

Nach der Erstausstrahlung seines Debüt-Hörspiels »Meine Tonbänder sind mein Widerstand« im Bayerischen Rundfunk 2007 erschien im selben Jahr auch sein hochgelobter Romanerstling »Wallner beginnt zu fliegen«, eine Familiensaga, die sich über drei Generationen erstreckt und gleichzeitig hinterfragt, ob es überhaupt möglich ist, die wahre Geschichte einer Familie zu erzählen. Der Roman schaffte es auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises. Eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse bekam sein vierter Roman »Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen« [2012], Darin erzählt von Steinaecker die Geschichte einer Versicherungsvertreterin, die auf eine vermeintliche Wiedergängerin ihrer Großmutter stößt, die in Russland einen Vergnügungspark betreibt, wobei für sie schließlich die Grenzen zwischen Realität und Jahrmarktsfantasie verschwimmen.

Von Steinaeckers fünfter Roman »Die Verteidigung des Paradieses« [2016], der ebenfalls auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises stand, gehört dem futuristischen Genre an und bedient sich der Bildwelt der Postapokalypse. Im Mittelpunkt der Dystopie steht der Jugendliche Heinz, der in einer kleinen Gruppe Überlebender des Niedergangs der Menschheit in den Bergen aufwächst und versucht, Wissen und Kunst der verlorenen Zivilisation zu bewahren, bis sich die Gruppe schließlich auf einen gefährlichen Weg westwärts in ein vermeintlich besseres Leben macht. Von Steinaeckers zuletzt erschienenes Sachbuch »Ende offen. Das Buch der gescheiterten Kunstwerke« [2021] geht in kleinen Essays den vielfältigen Gründen dafür nach, warum Romane, Filme, Bilder sowie Kompositionen bekannter Künstler:innen nicht vollendet wurden.

2017 dramatisierte von Steinaecker Roger Willemsens letzten Text »Wer wir waren« für eine einmalige Aufführung im Staatstheater Darmstadt. Zu seinen wichtigsten Filmen gehören »Richard Strauss und seine Heldinnen« [2013/14], der mit dem International Classical Music Award und einem ECHO Klassik ausgezeichnet wurde, und »Leonard Bernstein – Das zerrissene Genie« [2017/18], der den Golden Prague beim International Television Festival 2018 erhielt. Seine Hörspiele und Features sind meist Literat:innen und Komponist:innen wie Arno Schmidt, Heinrich Böll, Paul Celan, Ludwig van Beethoven, Karlheinz Stockhausen gewidmet.

Für sein literarisches Schaffen erhielt von Steinaecker u. a. den Aspekte-Literaturpreis, den Literaturförderpreis der Deutschen Wirtschaft und den Carl-Amery-Literaturpreis. Seit 2018 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Der Autor lebt in Augsburg.

Stand: 2022