23. ilb 06. – 16.09.2023

Tatia Nadareischwili

Tatia Nadareischwili wurde 1988 in Tiflis geboren. Sie studierte Illustration und Grafikdesign an der dortigen Akademie der Künste und arbeitete anschließend als Zeichenlehrerin und Kunsttherapeutin für Kinder. Seit 2009 ist sie als freiberufliche Illustratorin tätig; seit 2011 publiziert sie eigene Bilderbücher. 2009 bis 2016 war sie Mitglied des Tbilisi Book Art Center. 2016 gründete sie das Label Illustrator mit Studio und Concept Store. Mit ihren künstlerischen Arbeiten war sie an mehreren Gruppenausstellungen in Georgien beteiligt.

Außerhalb ihres Heimatlandes wurde sie mit dem Buch »Dsili nebissa« [2017; dt. »Schlaf gut«, 2017] bekannt, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Darin geht es um einen Jungen, der nicht schlafen kann und deswegen kurzerhand noch ein wenig spazieren geht. Auf seinem Weg trifft er die unterschiedlichsten Tiere, von Giraffen über Koalas bis hin zu Pottwalen. Sie alle tragen Pyjamas, und sie alle haben einen guten Tipp für ihn: Dass er den Kopf unter die Achsel stecken müsse, sagt der Vogel. Dass er sich mit Händen und Füßen an den Baum hängen solle, schlägt das Faultier vor. Der Junge probiert es. Doch der Schlaf lässt auf sich warten …

Mit »Bambukis tewrschi« [2020; dt. »Tina hat Mut«, 2020] liegt mittlerweile ein weiteres Buch von Tatia Nadareischwili in deutscher Übersetzung vor. Basierend auf ihren eigenen Kindheitserinnerungen, erzählt sie darin von einem Mädchen namens Tinatin, genannt Tina, das mit ihren Eltern und ihrem roten Hund Poppy in einem georgischen Dorf lebt. Normalerweise erkundet Tina die Welt am liebsten zusammen mit ihrem Vater. Als der auf eine längere Reise geht, hinterlässt er ihr einen Kreisel, mit dem sie sich die Zeit vertreiben kann, indem sie immer in die Richtung läuft, in welche die Spitze des Kreisels zeigt. Als Tina das Spiel ausprobiert, zeigt der Kreisel auf den dichten Bambuswald hinter dem Haus. In den hat sich das Mädchen bis dahin noch nicht hineingetraut. Doch sie nimmt allen Mut zusammen und macht sich auf den Weg. Im Wald lernt sie wenig später den Jungen Kosta kennen und freundet sich mit ihm an. Und bald ist ihr auch der Wald nicht mehr fremd. Im minimalistisch gehaltenen Setting, gestaltet mit einer Mischtechnik aus Zeichnungen, Monotypie und Schablonen, erzählen viele Elemente von der georgischen Kultur, zum Beispiel von dem für ländliche Gegenden typischen Holzhaus auf Stelzen oder dem vergrabenen Tontopf, in dem Wein aufbewahrt wird. Die »FAZ« sprach in ihrer begeisterten Rezension von »einem ebenso klug inszenierten wie sinnlichen Bilderbuch«. Beim Troisdorfer Kinderbuchpreis 2021 belegte das Buch den zweiten Platz.

Tatia Nadareischwili lebt in Tiflis.

Stand: 2022