23. ilb 06. – 16.09.2023

Tàssies

Tàssies wurde 1963 unter dem bürgerlichen Namen Josep Antoni Tàssies Penella in Barbastro in Aragón geboren. Er ist Journalist [UAB, Barcelona], hat einen Master de Edición [UB, Barcelona] und veröffentlicht seine Arbeiten seit 1983. Seine journalistischen Illustrationen wurden zweimal bei den Junceda Awards des Berufsverbands der Illustrator:innen von Katalonien ausgezeichnet.

Tàssies ist Autor mehrerer illustrierter Bücher. Seine Werke sind gleichermaßen für Erwachsene und Kinder gedacht. In seinem Bilderbuch »El nen perdut« [2008; dt. »Das verschwundene Kind«, 2018], das 2008 mit dem Internationalen Preis für Illustration bei der Kinderbuchmesse Bologna und 2009 mit dem Grand Prix BIB [Biennale der Illustrationen Bratislava] ausgezeichnet wurde, thematisiert er das kindliche Erleben von Krieg. Ein Mädchen spielt in der Nacht vor Epiphanias mit einer Weihnachtskrippe und wartet darauf, dass die Heiligen Drei Könige dem Jesuskind ihre Geschenke bringen. Doch die kleine Jesusfigur ist verschwunden, und das Kind geht bekümmert zu Bett. In ihren Träumen macht sie sich auf der Suche nach der Figur: in den Ruinen von Kabul, im Bombenhagel von Bagdad und Mariupol, in einem Flüchtlingszug und einem Flüchtlingscamp, wo sie ein Geschenk erhält, das man mit keinem Geld der Welt kaufen kann.

»Noms robats« wurde bei einer Ausstellung auf der Kinderbuchmesse Bologna 2010 präsentiert und in Spanien, Russland, Griechenland, Südkorea, Japan, Mexiko, Taiwan und Deutschland [»Geraubte Namen«, 2022] veröffentlicht. Er stellt die Frage: Was, wenn du dich wie eine Birne fühlst in einer Welt voller Äpfel? Erzählt wird von einem Jungen, der keinen Namen hat, weil er ihm in der Schule gestohlen wurde, und von einem Tag in der Schule, der von Mobbing geprägt ist und sein letzter sein könnte, wenn er nicht einen Freund, eine Freundin findet. Tàssies Buch »An« [Ü: Wenn] mit einem ausdrucksstarken Gedicht über die Freiheit der griechischen Autorin Agathi Dimitrouka stand auf der Liste der White Ravens 2019 und wurde mit dem Staatspreis für illustrierte Kinderbücher des griechischen Kultusministeriums 2020 ausgezeichnet. Es erscheint 2022 in China, ebenso wie sein jüngstes Werk »Jīnsè de yǐngzi« [Ü: Goldener Schatten], ein Doppelalbum, das die Trilogie über Kinderrechte abschließt. Nach Krieg und Mobbing geht es hier um das Verlassenwerden.

Seit 2010 zeigt Tàssies seine Werke auch auf Ausstellungen, u. a. in Spanien, Italien, der Tschechischen und der Slowakischen Republik, Kroatien, Russland und Japan, und hält Vorträge, gibt Workshops und Kurse, u. a. in Griechenland, Russland, Kroatien, Italien, Tschechien, Slowakei, Kolumbien und Indonesien. Er war Mitglied der Jury bei der Bienniale der Illustrationen Bratislava, beim Michalkow-Preis in Russland und bei der Kinderbuchmesse in Bologna [Illustratorenaustellung; Image of the Book, 2018, 2021, 2022]. Tàssies lebt im katalonischen Brunyola.

Stand: 2022