23. ilb 06. – 16.09.2023

Tamara Bach

Tamara Bach wurde 1976 in Limburg an der Lahn geboren und wuchs in Hessen und Rheinland-Pfalz auf. 1993 und 1995 nahm sie am Treffen Junger Autoren teil. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie Deutsch und Englisch für das Lehramt in Mainz und Berlin.

2003 erschien ihr erster Roman »Marsmädchen«, der als noch unveröffentlichtes Manuskript mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendpreis ausgezeichnet wurde und 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Der Roman handelt von der Identitätsfindung eines jungen Mädchens zwischen Langeweile, Streit mit der Mutter und der ersten Liebe und präsentiert dabei – so die Jury des Jugendliteraturpreises – eine »Momentaufnahme, deren große Kunst dennoch darin besteht, die ganze Bandbreite des Heranwachsens festgehalten zu haben«. Es folgten weitere Romane wie »Busfahrt mit Kuhn« (2004), der ebenfalls für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert war, »Jetzt ist hier« (2007), ausgezeichnet mit dem Luchs des Jahres, »Was vom Sommer übrig ist« (2012), für den Bach 2013 den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis und den Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis erhielt, »Marienbilder« (2014), der auf der internationalen Auswahlliste White Ravens stand, »Vierzehn« (2016) und »Mausmeer« (2018). Sie alle widmen sich dem vielschichtigen individuellen Erleben von Jugendlichen, meist Mädchen oder jungen Frauen, im Zuge ihres Erwachsenwerdens. Im Zentrum stehen Fragen nach der eigenen Identität in einer zunehmend bunten Gesellschaft, die konfliktreichen Beziehungen zu Familie und zu Altersgenoss*innen, Erfahrungen des Aufbruchs, des Scheiterns und des Neuanfangs in der unsicheren, aber umso intensiveren Zeit des Übergangs. In formaler Hinsicht zeichnen sich Bachs Romane durch originelle, oftmals multiperspektivische und stark subjektive Erzählverfahren aus, durch eine lebendige, gegenwärtige Sprache mit vielen Zitaten, Verweisen und intermedialen Bezügen – etwa zur Popmusik – und durch eine psychologisch differenzierte Figurenzeichnung. 2019 veröffentlichte sie erstmals ein Kinderbuch: »Wörter mit L.«, über den Wert guter Freund*innen, die erste Verliebtheit und Patchworkfamilien. Zuletzt erschien das Jugendbuch »Sankt Irgendwas« (2020) über eine Klassenreise, auf der etwas schrecklich schiefgeht.

Mit ihren komplexen Konstellationen und ihrer sprachlichen Experimentierfreude haben Bachs Romane nicht nur die Jugendliteratur in Deutschland nachhaltig geprägt. Sie wurden auch in zahlreiche europäische Sprachen übersetzt. Über die genannten Auszeichnungen hinaus erhielt Bach mehrere Stipendien, u. a. vom Schriftstellerhaus Stuttgart (2007), vom Berliner Senat (2010) und das Landeskind-Stipendium des Künstlerhauses Edenkoben (2016). 2019 war sie eine der Finalist*innen beim Berliner Kindertheaterpreis. Die Autorin lebt in Berlin.