23. ilb 06. – 16.09.2023

Sebastian Meschenmoser

Portrait Sebastian Meschenmoser
© Anna Wasilewski

Sebastian Meschenmoser, geboren 1980 in Frankfurt am Main, begann 2001 ein Studium an der Akademie für bildende Künste in Mainz. Nachdem er für ein halbes Jahr die École Nationale Supérieure d’Art in Dijon besuchte hatte, wechselte er 2006 in die Meisterklasse von Anne Berning in Mainz und schloss sein Studium 2007 ab.

Sein Debüt »Fliegen lernen« (2005) für Kinder ab vier Jahre weicht bildnerisch und erzählerisch von den bis dahin gängigen Konventionen eines Bilderbuchs ab: Die Geschichte von den zunächst vergeblichen Flugversuchen eines verirrten Pinguins findet ein überraschendes, doppeldeutiges Ende, die Illustrationen sind reduziert, Farben und Konturen werden sparsam eingesetzt. Mit seinem zweiten Bilderbuch »Herr Eichhorn und der Mond« (2006) begann Meschenmoser eine Reihe um ein Eichhörnchen. Im ersten Teil verlässt der Mond den Himmel, verwandelt sich in einen Käse, und Herr Eichhorn muss ihn an seinen angestammten Platz zurückbringen. Weitere Bände der Reihe erschienen 2007 bis 2015. Eine zweite wiederkehrende Figur in Meschenmosers Bilderbüchern ist Herr Mopsmann. In »3 Wünsche für Mopsmann« (2008) wacht der Protagonist, ein vermenschlichter Mops, eines Tages zu spät auf, und als er feststellt, dass Kaffee und Müsli fehlen und die tägliche Zeitung vom Regen durchnässt vor der Tür liegt, ist dieser Morgen endgültig verdorben. Eine Fee soll Abhilfe schaffen, sie lässt Mopsmann drei Wünsche frei, um diesen Tag zu retten. In »Mopsmanns magische Wunderwolle« (2011) entdeckt Mopsmann die Zauberwirkung von vollautomatischen Stricknadeln und einem unendlichen Wollknäuel, die ihm die zu einem Schönheitswettbewerb entschwundene Schweineprinzessin zurückgelassen hat. In der Mopsmann-Reihe präsentiert Meschenmoser einen anderen Illustrationsstil, vor allem das missmutige, in Falten gelegte Gesicht des Titelhelden ist detailliert gestaltet. »Gordon und Tapir« (2014) ist eine Geschichte des Zusammenlebens: Ein kleiner, ordnungswütiger Pinguin namens Gordon streitet sich lange mit seinem unordentlichen Freund Tapir über Toilettenpapiervorräte, Unordnung und Fischgeruch, bis er es vorzieht, die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Hier wird wiederum für Kinder ab fünf Jahre in einer einfachen, humorvollen Geschichte und mit Blei- und Buntstiftzeichnungen von Grundbegriffen wie Verständnis und gegenseitiger Achtung erzählt. Zuletzt erschien die Märchenparodie »Vom Wolf, der auszog, das Fürchten zu lehren« (2018) als letzter Teil seiner »Wolf-Trilogie«, mit der er zuvor auch das Märchen von den »Sieben Geißlein« sowie »Rotkäppchen« neu erzählt und illustriert hat.

Sebastian Meschenmoser hat außerdem als bildender Künstler eine Reihe von Bildzyklen gestaltet, die in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen in Deutschland und der Schweiz gezeigt wurden. 2007, 2015 und 2018 war er nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis. Der Autor und Illustrator lebt in Berlin.