23. ilb 06. – 16.09.2023

Sarah M. Broom

Portrait Sarah M. Broom
Sarah M. Broom [© Adam Shemper]

Sarah M. Broom wurde 1979 als jüngstes von zwölf Geschwistern in New Orleans geboren. Sie studierte Anthropologie und Massenkommunikation an der University of North Texas und absolvierte anschließend einen Master-Studiengang im Fach Journalismus an der University of California, Berkeley. Sie begann ihre Karriere als Zeitungsjournalistin mit Stationen in Rhode Island, Dallas, New Orleans und Hongkong und arbeitete mehrere Jahre lang als Redakteurin bei »O, The Oprah Magazine«, bevor sie in den gemeinnützigen Bereich wechselte und u. a. als Geschäftsführerin von Village Health Works tätig war, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesundheitsversorgung im ostafrikanischen Burundi zu verbessern.

Nebenher widmete Sarah M. Broom sich dem literarischen Schreiben. Ihre Texte erschienen u. a. in »The New Yorker«, dem »New York Times Magazine« und »O, The Oprah Magazine«. 2016 erhielt sie den renommierten Whiting Award for Creative Nonfiction, der es ihr ermöglichte, ihr erstes Buch »The Yellow House« [2019; dt. »Das gelbe Haus«, 2022] fertigzustellen.

Wie der Untertitel der deutschen Übersetzung, »Leben und Überleben einer Familie in New Orleans«, bereits andeutet, zeichnet Sarah M. Broom in dem Memoir die Geschichte ihrer eigenen Familie nach. Im Mittelpunkt steht dabei das Holzhaus, das ihre Mutter 1961 in dem damals aufstrebenden, später verrufenen Stadtteil New Orleans East kaufte. Mit literarischem Anspruch und journalistischer Prägnanz erzählt Sarah M. Broom vom Versuch ihrer Familie, sich in dem überwiegend von Schwarzen bewohnten Vorort ein stabiles Leben aufzubauen. Sie porträtiert ihre Großmutter, ihre Eltern – ihr Vater starb ein halbes Jahr nach ihrer Geburt; ihre Mutter war nicht nur wegen des ständig renovierungsbedürftigen Hauses überlastet – sowie ihre älteren Geschwister, schildert ihre turbulente Kindheit und Jugend ebenso wie die Verwüstung und Vertreibung durch den Hurrikan Katrina, der das gelbe Haus im Jahr 2005 zerstört hat. Basierend auf Archivrecherchen und Interviews mit ihren Familienmitgliedern, ist ein von der Kritik weithin gelobtes Memoir entstanden, das geprägt ist von Brooms Bemühen, ihre Vergangenheit und ihre Beziehung zu der Stadt zu verstehen.

»Sarah M. Brooms Debüt ist ein unverzichtbarer Text, der die Vergangenheit, die Gegenwart und die mögliche Zukunft der Stadt New Orleans und der USA im Allgemeinen untersucht«, so die »New York Times«. Das Buch wurde u. a. mit dem National Book Award for Nonfiction 2019 ausgezeichnet.

Die Autorin lebt in New York.

Stand: 2022