23. ilb 06. – 16.09.2023

Sarah Crossan

Sarah Crossan wurde 1981 in Dublin geboren und wuchs in Irland und England auf. Sie studierte Philosophie und Literatur an der University of Warwick sowie Englisch- und Theaterpädagogik an der Universität Cambridge. Anschließend unterrichtete Crossan mehrere Jahre lang an einer kleinen Privatschule in der Nähe von New York.

Ein Stipendium der Edward F. Albee Foundation aus dem Jahr 2010 ermöglichte ihr die Fertigstellung ihres ersten Romans, „The Weight of Water“ (2012), eine Coming-of-Age-Geschichte in ungereimten freien Versen über Kasienka und ihre Mutter, die auf der Suche nach Kasienkas Vater von Polen nach England übersiedeln. Entfremdet, gemobbt und allmählich mit dem Verlust des Vaters fertig werdend, der schon längst eine neue Familie hat, gewinnt Kasienka durch das Schwimmen Selbstvertrauen und Stärke – und neue Freunde. Die Kritiker lobten Crossans sprachliche Präzision, die „einen romanhaften Raum voller Bilder schafft, der zart, poetisch, fesselnd und dicht ist.“ Die Theateradaption feierte 2016 am Theater an der Parkaue in Berlin Premiere. Crossans dystopische Jugend-Science-Fiction-Romanreihe „Breathe“ [2012] und „Resist“ [2014], schildert ein Endzeitszenario in einer Welt ohne Sauerstoff, der künstlich hergestellt werden muss und damit zu einer spekulativen Ware geworden ist, die die Gesellschaft in verschiedene Klassen spaltet. Eine Gruppe Jugendlicher beschließt, das Luftmonopol der Regierung herauszufordern, was zu einer abenteuerlichen Flucht führt. „Apple and Rain“ (2014), handelt von einem 14-jährigen Mädchen, das als Säugling von seiner Mutter ausgesetzt wurde und elf Jahre später zurückkehrt. Die anfängliche Euphorie ihres Wiedersehens wird jedoch schnell von Ernüchterung erdrückt. Poesie hilft den Protagonisten, aktuelle Situationen zu meistern und den Übergang zum Erwachsensein zu schaffen: „Poesie kann uns etwas über uns selbst lehren. Sie kann uns trösten, wenn wir verzweifelt sind … Aber nicht nur das … sie kann uns öffnen. Sie kann unsere Welten größer und heller und klarer machen.“ Crossans jüngstes Werk „One“ (2015), ein Roman in Versen über ein siamesisches Zwillingspaar, das an der Hüfte zusammengewachsen ist, wurde 2016 mit der Carnegie-Medaille ausgezeichnet und stand im März 2016 auf der Liste der sieben besten Bücher für junge Leser des Deutschlandfunks. Neben den gesundheitlichen Problemen, die mit ihrem Zustand einhergehen, leiden die Zwillinge unter der sozialen Ausgrenzung und der schwierigen wirtschaftlichen und zwischenmenschlichen Situation ihrer Familie. Als sie sich bereit erklären, an einem Dokumentarfilm teilzunehmen, stoßen sie an die Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. „One“ zeichnet sich nicht nur durch ein ungewöhnliches Thema aus, sondern auch durch sprachliche Wucht und schonungslosen Realismus sowie eine knappe, dialogreiche Sprache, die das Geschehen in den Mittelpunkt stellt.

Sarah Crossan wurde für zahlreiche Preise nominiert, u.a. für den Deutschen Kinderliteraturpreis 2014, und erhielt u.a. den Luchs des Monats (2014) und den UKLA Book Award (2013). Die Autorin lebt in Hertfordshire, England.