23. ilb 06. – 16.09.2023

Sabine Rufener

Sabine Rufener wurde 1972 in Bern geboren. Sie zeichnete und schrieb schon als Kind leidenschaftlich gerne. Zunächst studierte sie aber in Basel Kunstgeschichte und Germanistik. Ab 1994 lebte sie für ein Jahr in Berlin, beschäftigte sich mit Theater, dann gab sie ihr Studium in Basel auf, besuchte eine Fotoschule, arbeitete in einer freien Theatergruppe und in einer Ateliergemeinschaft und gründete eine Familie. 2019 schloss sie ein Studium der Illustration an der Schule für Kunst und Design Zürich mit einem Bilderbuch ab.

Dieses Abschlussprojekt erschien 2021 unter dem Titel »Der Wal im Garten«. Die Geschichte spielt in einem großen, verwilderten Garten mit einem alten Haus, in dem die kleine Lille mit ihrer Großmutter lebt. Eines Tages taucht dort ein Wal auf, und auch wenn Lille zunächst entrüstet ist, weil der Eindringling auf ihrem Fahrrad liegt, freunden sich die beiden nach und nach an. In seiner Sehnsucht nach dem Meer schrumpft der Wal zusehends, sodass Lille ihn schließlich in einem Eimer dorthin zurücktragen kann. Für ihr Debüt hat Sabine Rufener mit verschiedenen Materialien experimentiert und eine eigene Technik entwickelt – Druck, Collage, Farbstifte, Tusche. Vor farbigem Hintergrund zeigt sie die Szenen der Geschichte teilweise aus ungewohnter Perspektive und spielt mit Kontrasten und Helligkeitsstufen. Ihre Gestaltung macht die eigentlich surreale Geschichte plausibel. »Man wird vor dieser Geschichte wieder zum Kind, das alles für bare Münze nimmt – nicht aus Naivität, sondern aus gutem Glauben, wie ihn nur eine gute Geschichte begründen kann« [FAZ]. Das Buch war nominiert für den Serafina Preis für Illustration 2021 und wurde ausgewählt für das BRAW Amazing Bookshelf 2022 auf der Kinderbuchmesse Bologna 2022. »Huhn Grete will die Welt sehen« [2022] ist der Beginn einer Serie über die Abenteuer eines ungewöhnlich neugierigen Federviehs. Im ersten Teil steigt Huhn Grete in den Bus, um ihren Horizont zu erweitern. Allerdings legt sie sich mit dem Fuchs an, was ihren Unternehmungen eine ungeahnte Spannung verleiht und sie mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert. Sabine Rufener benutzt in dieser Erzählung kurze Sätze und Wiederholungen, was das Buch als erste Lektüre für Schulanfänger:innen prädestiniert. Zum 125. Geburtstag des Schweizer Schriftstellers Friedrich Glauser illustrierte Sabine Rufener seine Novelle »Die Verschwundene« [2021]. Zuletzt erschienen ihre Illustrationen von Mira Lobes Buch »Madeleine und der Angler« [2022].

Neben ihren Buch- und Auftragsillustrationen realisiert Sabine Rufener weitere gestalterische Projekte wie die Bemalung und Rahmung von alten Spielkarten, die Gestaltung von Stofftieren aus recycelten Materialien und von Schachtelhäusern aus alten Verpackungen, die sie wendet, bemalt und zusammengeklebt. Sabine Rufener lebt mit ihrer Familie in Basel.

Stand: 2022