23. ilb 06. – 16.09.2023

Ricardo Aleixo

Ricardo Aleixo wurde 1960 in Belo Horizonte, Minas Gerais, geboren. Er genießt besondere Anerkennung für seine visuelle und soziale, mit Ironie durchsetzte Lyrik und gilt als einer der innovativsten zeitgenössischen Dichter Brasiliens. In seinen Werken mischt er verschiedene künstlerische Idiome und knüpft Verbindungen zum Konkretismus und zur Ethno-Lyrik.

Seine erste Begegnung mit der Kunst hatte der Elfjährige mit der Musik. Mit 14 begann er sich für die bildende Kunst zu interessieren und schrieb erste Gedichte. Sein literarisches Debüt markiert jedoch erst sein 1992 erschienenes Buch »Festim« (Ü: Fest). Der Autodidakt wirkt als Dichter, Musiker, Performer, bildender Künstler und Kulturproduzent. Seine Texte finden sich in nationalen und internationalen Anthologien in den USA, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Argentinien, Portugal, Spanien und anderen Ländern. Als Performer ist er weit gereist. Tourneen führten ihn nach Portugal, Frankreich und Deutschland. Überdies sind seine Werke in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. 2004 erhielt Aleixo ein Förderstipendium der Fundação Biblioteca Nacional zur Vollendung eines Buches eines brasilianischen Autors. Sein Essayband »Palavras a olhos vendo – Escritos sobre escritas« (Ü: Worte für sprechende Augen – Texte über das Schreiben) erschien 2011. 2010 hatte er den Literatura para Todos des Bildungsministeriums in der Kategorie Lyrik gewonnen. Im Folgejahr stand »Modelos Vivos« (2010; Ü: Lebende Modelle) auf der Shortlist des Prêmio Portugal Telecom und des Portugal Telecom Prêmio Jabuti. Die Veröffentlichung wurde durch das Petrobras-Kulturprogramm gefördert. »Modelos Vivos« ist der Versuch einer Synthese der künstlerischen Suche nach dem Prozess des freien Schaffens und hinterfragt konsequent die Grenzen zwischen den Sprachen der Kunst. Das Buch mischt genau diese in einer Kompilation von Kalligrafien, Bildern, Texten, Epigrammen, Essay-Poemen, Pyrografie und anderen künstlerischen Genres.

Aleixo ist Kurator des International Black Art Festival (FAN) in Belo Horizonte und mehrerer anderer Projekte und Ausstellungen. In seinem Schaffen strebt er ständig nach der Einheit von Wort und Bild. Er erkundet Visualität und »Vokalität« und bettet sie in andere Kunstformen ein, darunter Multimedia, Performance und Musik. Zu seinen Publikationen zählen bedeutende Titel wie »Quem faz o quê?« (1999; Ü: Wer tat was?), »A Aranha Ariadne« (2003; Ü: Die Spinne Ariadne) und »Máquina Zero« (2004; Ü: Nullmaschine). Ricardo Aleixo lebt in Belo Horizonte.