22. ilb 07. - 17.09.2022

Sarah Michaela Orlovský

Sarah Michaela Orlovský wurde 1984 in Linz geboren und veröffentlicht seit 2012 Bilder-, Vorlese-, Erstlese- sowie Kinder- und Jugendbücher.
Nach ihrer ersten Buchveröffentlichung, dem gemeinsam mit Elisabeth Etz verfassten Jugendroman »Status: Karibik« (2012), erschien 2013 ihr Romandebüt »Tomaten mögen keinen Regen« über Hovanes, Sirup, Tiko, Eilis und Gaya, die fünf jugendlichen Bewohner*innen eines Waisenhauses. Orlovský erzählt größtenteils aus der Sicht des ältesten Heimbewohners Hovanes vom gemeinschaftlichen Leben unter der Obhut von Schwester Miki und Schwester Rosa, von jugendlichen Reibereien, der Suche nach dem eigenen Selbst, von Sehnsüchten und Träumen. Dabei gewährt sie den Leser*innen einen Einblick in die Lebenswelt junger Menschen mit Behinderung, ohne diese jedoch in den Mittelpunkt zu stellen. »Tomaten mögen keinen Regen« wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Evangelischen Buchpreis 2014. 2017 erschien Orlovskýs Jugendroman »ich: #wasauchimmerdasheißenmag«, der mithilfe von Tagebucheinträgen, Notizen, Listen und Gedichten von der Identitätssuche und dem Weltschmerz der fünfzehnjährigen Nono erzählt, die damit umgehen muss, dass ihre Mutter noch einmal schwanger wird. Das von Ulrike Möltgen illustrierte Buch wurde 2018 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Der 2019 erschienene Kinderroman »Filomena Grau« mit Illustrationen von Michael Roher erzählt von Filomena, die mit ihren Eltern von der Stadt aufs Land zieht und von ihrem alten Leben Abschied nehmen muss. Die Autorin entwirft für diesen Text eigens eine »Filosprache«, in der sie den jungen Leser*innen das »Filoversum« näherbringt, in dem aller Abschiedstrauer zum Trotz allmählich die Freude über das neue Leben auf dem Land aufzuscheinen beginnt. Zuletzt erschienen ist »Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt« (2021). Darin setzt sich Orlovský mit dem Thema Magersucht auseinander. Anders als in vielen anderen Büchern zu diesem Thema lässt die Autorin hier nicht die Betroffene selbst, sondern deren jüngere Schwester zu Wort kommen. In verdichteten Monologen, die sich an die ältere, hinter der verschlossenen Tür ihres Zimmers sprachlos bleibende Schwester richten, versucht die Protagonistin den Abgrund der Krankheit zu überbrücken und ihre bewunderte große Schwester für sich, die Familie und das Leben zurückzugewinnen. Ein wichtiger Text über die weitreichenden Auswirkungen einer schweren Krankheit: »Immer trägst du lange Ärmel. Immer schleppst du deine Wärmflasche mit dir herum. Draußen ist zwar Winter, aber wir haben eine Zentralheizung. […] Wir schwitzen alle. Ist dir wirklich kalt? Von außen? Oder mehr von innen drin?«
Die Autorin ist viel gereist, u. a. nach Sambia, Armenien, Äthiopien und Ruanda. Sie lebt mit ihrer Familie im Salzkammergut.