Omar (bin) Musa ist Lyriker und Romanautor, er wurde im australischen New South Wales geboren. Er studierte an der Australian National University und der University of California, Santa Cruz. Musas literarische Werke beschäftigen sich zumeist mit den Themen Migration, Rassismus in Australien, Gewalt, Männlichkeit und Einsamkeit. Seine Lyrik zeichnet sich durch die Nähe zum Hip-Hop aus. Musa war Zweitplatzierter beim Australian Poetry Slam 2008, bevor er den Wettbewerb 2009 im Opernhaus von Sydney gewann. Seine Texte rezitiert er in Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern und Hip-Hop-Künstler:innen wie Kate Tempest, Daniel Merriweather, Kate Miller-Heidke, Akala oder Soweto Kinch.
Von Omar Musa sind zahlreiche Gedichtbände erschienen: »The Clocks« (2009; Ü: Die Uhren), »Parang« (2013), »Millefiori« (2017) und »Killernova« (2021). »Parang« bedeutet auf Malaiisch Machete; in den über vier Jahre hinweg entstandenen Texten dieses Bandes erforscht Musa mit unverstelltem Blick das sich rasant verändernde Hier und Jetzt, die Welt seiner malaiischen Herkunft und thematisiert außerdem Migration, Zugehörigkeit und Träume. Der Titel »Millefiori« bezieht sich sowohl auf den bekannten gläsernen Briefbeschwerer als auch auf die tausend Blüten als Abschiedssymbol; der Band ist eine Sammlung von Liebesgedichten und wüstem Rap. In einem Interview sagte Musa: »Es ist ein Buch des Abschieds von Kindheitserinnerungen (…) also liegt darin eine Traurigkeit, aber auch hoffnungsvolle Schönheit.« Sein Romandebüt »Here Come the Dogs« (2014, Ü: Hier kommen die Hunde). Geschrieben in einer Mischung aus Prosa und Lyrik, handelt die Geschichte von drei jungen Männern unterschiedlicher ethnischer Herkunft in einer australischen Kleinstadt, die ihre Leidenschaft für Rap und Graffiti verbindet. Musas Entwicklungsroman schildert das Erwachen der Charaktere, denn trotz ihres Zorns und ihrer Gewaltbereitschaft sind die drei Männer Träumer. 2025 erschien der Roman »Fierceland«, für den er mit dem Victorian Premier’s Literary Award for Fiction ausgezeichnet wurde. Er handelt von den Kindern eines Palmölbarons, die zur Beisetzung ihres Vaters zusammenkommen und ihre Kindheitstraumata aufarbeiten zu versuchen. Im Kurzgeschichtenband »The Vape Lord of Queanbeyan« (2026) wandelt Musa zwischen Realität und Fiktion, fliegende Autos und sprechende Tiere treffen an Orten zwischen Borneo und dem Mars aufeinander. „Here Come The Dogs« war für verschiedene Preise nominiertund wurde mit dem Publikumspreis bei den ACT Book of the Year Awards ausgezeichnet.
Seine Mutter ist eine bekannte australische Kulturjournalistin, sein Vater der malaysische Dichter Musa bin Masran. Der Autor lebt in Australien.
Stand: 2026
