23. ilb 06. – 16.09.2023

Nadine Gordimer

Nadine Gordimer wurde 1923 in einer kleinen Goldgräberstadt in Südafrika geboren. Ihre Eltern waren jüdische Immigranten, die Mutter stammte aus England, der Vater aus Lettland. Sie hat vierzehn Romane und elf Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht, zuletzt 2007 die Erzählungen »Beethoven Was One-Sixteenth Black« (dt. »Beethoven war ein Sechzehntel schwarz«, 2008). Als sie fünfzehn Jahre alt war, erschien ihr erster Band mit Kurzgeschichten, 1953 folgte der Debütroman »The Lying Days«, der unter dem Titel »Entzauberung« (1956) auch auf Deutsch publiziert wurde.

Als vehemente Gegnerin des Rassismus war sie bereits beim African National Congress aktiv, als dieser noch im Untergrund wirkte. 1990 wurde sie dann Mitglied dieser Freiheitsbewegung, die in Südafrika die Apartheid abschaffte und die Demokratie aufbaute. Zu Zeiten der Apartheid wurden zwei ihrer Romane verboten. In den 1970er Jahren führte das Verbot von »Burger’s Daughter« (dt. »Burgers Tochter«, 1981) zu weltweiten Protesten vieler prominenter Autoren, zu denen auch Heinrich Böll gehörte. 1996 drehte sie mit ihrem Sohn, dem Filmemacher Hugo Cassirer, den vergleichenden Dokumentarfilm »Berlin and Johannesburg: The Wall and the Colour Bar«. Zu der von ihr initiierten und herausgegebenen Anthologie »Telling Tales« (2004) haben Autoren wie Günter Grass, Susan Sontag und José Saramago beigetragen. Alle Erlöse aus dem Verkauf kommen der HIV- und AIDS-Prävention zugute. Diese Anthologie wurde in sechzehn Sprachen übersetzt.

Nadine Gordimers Gesamtwerk wurde 1991 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Als ihr Motto für zeitgenössische Schriftsteller zitiert sie gern Albert Camus: »In dem Augenblick, in dem ich nur noch ein Autor sein werde, werde ich aufhören zu schreiben.«

Die Autorin verstarb am 13. Juli 2014.

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