22. ilb 07. - 17.09.2022

Nadifa Mohamed

Nadifa Mohamed wurde 1981 in Hargeisa geboren, als Somalia sich immer mehr zu einer Diktatur entwickelte. 1986 ging sie mit ihrer Familie nach London. Wegen der Bürgerkriegswirren in ihrer Heimat wurde aus dem vorübergehenden Aufenthalt ein dauerhaftes Exil, und Nadifa Mohamed ging in London zur Schule und studierte Politik und Geschichte in Oxford. 2008 kehrte sie nach Hargeisa zurück, seit 1991 Hauptstadt des de facto unabhängigen Somalilands.

Ihr erster Roman »Black Mamba Boy« (2010; dt. 2015) stand auf der Longlist des Orange Prize, auf der Shortlist des Guardian First Book Award, des John Llewellyn Rhys Prize, des Dylan Thomas Prize sowie des PEN Open Book Award und wurde mit dem Betty Trask Prize ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman »The Orchard of Lost Souls« (2013; dt. »Der Garten der verlorenen Seelen«, 2014) brachte Mohamed auf die Liste der Best Young British Novelists des Literaturmagazins »Granta«. Der Roman wurde mit dem Somerset Maugham Prize sowie dem Prix de lʼAcadémie des Sciences dʼOutre-mer ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Hurston/Wright Legacy Award. Nadifa Mohameds jüngster Roman »The Fortune Men« (2021; dt. »Der Geist von Tiger Bay«, 2021) erzählt die wahre Geschichte des Somaliers Mahmood Mattan, der in den fünfziger Jahren in Tiger Bay, dem Hafengebiet von Cardiff, lebt – einem Treffpunkt der somalischen und westindischen Seeleute, maltesischer Geschäftsleute und jüdischer Familien. Der eigentlich wohlgelittene Mahmood gerät unter Verdacht, als eine Ladenbesitzerin ermordet aufgefunden wird. Sein Glauben an die Gerechtigkeit ist erschüttert, als er sich rassistischen Vorurteilen und einem brutalen Staatsapparat gegenübersieht. »Ein außerordentlich eindrucksvoller Roman, voller Mitgefühl und Scharfsinn, der sich beunruhigend aktuell anfühlt«, urteilt Pankaj Mishra.

Die Autorin lebt in London.