Moa Romanova

Portrait Moa Romanova
© David Möller

 Moa Romanova, geboren 1992 und aufgewachsen in Ångermanland, ist eine schwedische Musikerin, Künstlerin und Comicautorin. Sie studierte Klassische Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Göteborg und absolvierte eine Ausbildung an der Comic Art School in Malmö.

Romanova schrieb jahrelang einen Blog, in dem sie sehr persönliche Einblicke in ihren Alltag und ihre Gedanken gewährte, bevor sie 2018 mit dem autobiografischen Comic »Alltid Fucka Upp« (dt. »IdentiKid«, 2020) debütierte. Basierend auf ihren Tagebucheinträgen, erzählt der Comic aus dem krisenhaften Leben einer Mittzwanzigerin. Die Hauptfigur Moa verbringt ihre Zeit mit Techno-Partys, einsamen Stunden in ihrer Wohnung, Drogenexperimenten und Tinder-Dates, zwischendurch erleidet sie regelmäßig Panikattacken, die sie in Therapiesitzungen zu bewältigen sucht. In einer bildhaften und zugleich gegenwartsnahen, durch Emoticons, Auslassungen und Soziolekt gekennzeichneten Sprache und in klarer und dabei expressiver Bildsprache beschreibt der Comic das Lebensgefühl der Millennials. Im Zentrum stehen die Verletzlichkeit, die psychische Instabilität und Machtgefälle in Beziehungen mit sich bringen, und die ehrliche Frage, wie solchen Erfahrungen trotz allem humorvoll begegnet werden kann. Mit ihren authentischen Dialogen und ihrer ungeschönten Darstellung scheinen Romanovas Figuren aus dem echten Leben zu stammen und sind dennoch alles andere als realistisch gezeichnet. Sie sprechen eine ganz eigene Körpersprache – unproportional kleine Köpfe mit stilisierten, manchmal kaum ausgearbeiteten, manchmal Manga-artigen Gesichtern sitzen auf breiten, hängenden Schultern und kräftigen, an Popeye erinnernden Körpern –, die zum einen an Comic-Traditionen anschließt. Zum anderen thematisieren die eigenwillig gezeichneten Figuren die Dynamiken zwischen Körperbildern, Gender und Macht, die auch in den Dialogen immer wieder vergegenwärtigt werden. Romanovas Werk ist einer von mehreren in den letzten Jahren veröffentlichten Comics junger schwedischer Autorinnen, die, autobiografisch geprägt, von den Lebensumständen ihrer Generation erzählen. »Alltid Fucka Upp« hebt sich jedoch durch einen abstrakteren, europäischeren Stil von den anderen ab. Zu ihren Vorbildern zählt Romanova Erlend Peder Kvam, Brie Moreno, Per Åhlin und Heinz Edelmann, der für die Beatles gezeichnet hat. »Alltid Fucka Upp« wurde kurz nach Erscheinen bereits in sieben Sprachen übersetzt und international von der Kritik hoch gelobt.

Romanova veröffentlicht ihre Arbeiten auch in schwedischen Zeitungen und Comic-Magazinen wie »Dagens Nyheter«, »Vice«, »Bang« und »Galago« sowie auf Instagram. Die Autorin lebt in Stockholm.

Unter folgendem Link können Sie sich die Veranstaltung mit Katharina Erben, der deutschen Übersetzerin von Moa Romanovas IdentiKid, auf dem 20. ilb auf unserem YouTube-Kanal ansehen: https://youtu.be/3VWip04dHyk