23. ilb 06. – 16.09.2023

Max Baitinger

Max Baitinger wurde 1982 in Penzberg, Bayern, geboren. Sein Studium der Illustration an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst schloss er mit der Graphic Novel »Heimdall« ab, die 2013 veröffentlicht wurde. In der nordischen Mythologie ist Heimdall der Wächter unter den Göttern. Da er alles sehen kann, wurde er auserkoren, alles zu überblicken. Ein großes Horn besitzt er, um vor Gefahren zu warnen. Ist er seiner Verantwortung gewachsen? Max Baitinger zeichnet Heimdall mit prägnanten Schwarz-Weiß-Illustrationen als einen grüblerischen, geradezu menschlichen Gott.

2016 erschien »Röhner«. Der Ich-Erzähler der Graphic Novel führt ein bis ins Kleinste geregeltes Leben, bis ein Brief von Röhner eintrifft, einem alten Bekannten, der sich beim Erzähler einquartieren will. Fortan sinnt Letzterer über Möglichkeiten nach, den ungeliebten Gast wieder loszuwerden. Erneut in Schwarz-Weiß gehalten, lassen Max Baitingers minimalistische Zeichnungen viel Raum, um neben einer Stimmung des Abwartens und der Unsicherheit auch Komik entstehen zu lassen.

»Birgit« [2017] stellt ebenfalls eine Figur vor eine neuen Situation: Die Heldin, ihres Zeichens Verwaltungsangestellte, bekommt eine neue Vorgesetzte – und kehrt dem Büro kurz darauf den Rücken. »Ästhetisch hoch anspruchsvoll und gleichzeitig originell«, urteilte DLF Kultur und hob auch die »Penibilität der grafisch exakten Zeichnungen« hervor. »Birgit« wurde mit dem Förderpreis der Hans-Meid-Stiftung ausgezeichnet.

Mit »Happy Place« [2020] legte Max Baitinger eine Sammlung von Comic-Kurzgeschichten vor, die oft ins Surreale spielen und von einer subtilen Ironie durchzogen sind. Laut »Tagesspiegel« »beweist der Autor hier ein weiteres Mal sein feines Gespür für die Absurditäten des menschlichen Alltags«.

Zuletzt erschien der biografische Comic »Sibylla« [2021] über die Barockdichterin Sibylla Schwarz, die 1621 in Greifswald geboren wurde und mit 17 Jahren starb. Über 200 ihrer Gedichte wurden posthum veröffentlicht. Der Dreißigjährige Krieg, Vertreibung und Exil werden darin ebenso thematisiert wie Freundschaft und Liebe. Die Kontraste in ihrem Leben – beispielsweise zwischen ihrer Feingeistigkeit und den brutalen Lebensumständen – veranschaulicht Max Baitinger auf der zeichnerischen Ebene mit Brüchen und Stilwechseln. Für »das klügste und frechste Buch seines Metiers seit Langem« [»FAZ«] erhielt Max Baitinger den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung: »Gewitzt und gekonnt konstruiert er ein Erzählgerüst aus verschiedenen Ebenen, das von bemerkenswerter grafischer Stärke zeugt«, so die Jury.

Max Baitinger ist Mitveranstalter des Leipziger Comic-Festivals »Millionaires Club«. Er lebt in Leipzig.

Stand: 2022