Mårten Sandén

Portrait Mårten Sandén
© Lennart Woithe

Mårten Sandén wurde 1962 in Stockholm geboren und verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend im südschwedischen Lund. Nach einem Studium der Psychologie begann er mit Anfang zwanzig zu schreiben. Zunächst war er professioneller Songwriter für Musikverlage in Europa und den USA. Mitte der neunziger Jahre wandte er sich dem Schreiben von Kinderbüchern zu. Seitdem hat er rund vierzig Titel in schwedischer Sprache verfasst, angefangen von Bilderbüchern bis hin zu Jugendromanen.

Große Bekanntheit erlangte er mit seinen Kinderkrimis »Petrinideckarna« (ab 1999). Protagonisten sind die zwölfjährigen Zwillinge Peter und Petra Petrini, die mit ihrer großen schwedisch-amerikanischen Familie aus New York nach Lund ziehen. Zusammen mit ihrer Freundin Lucy klären die Zwillinge allerlei rätselhafte Fälle und sogar Verbrechen auf. In Sandéns Jugendroman »En plats de kallar lyckan« (2006; dt. »Mias Glück«, 2008) verliebt sich Mia, die die Schule geschmissen hat und in einer Pizzeria jobbt, in John, einen Jungen aus reichem Hause, der eine Privatschule besucht und Arzt werden soll. Als John jedoch vom Selbstmordversuch seines Vaters erfährt, gibt er die beginnende Beziehung zu Mia auf und kehrt in sein altes Leben zurück. Eines Tages jedoch trifft er Mia wieder und erkennt, dass er seinen eigenen Weg finden muss – am liebsten zusammen mit Mia. Völlig unsentimental erzählt Sandén diese Geschichte zweier junger Menschen, die auf dem Weg zum Erwachsensein nach ihrem Lebensglück und der Liebe suchen. Im Weihnachtsbuch »Skorstensjul« (2015; dt. »Schornsteinweihnachten«, 2017) geht es um drei Kinder, die aus dem Waisenhaus weggelaufen sind, im winterkalten Stockholm am Bahnhof stehen und auf die Schornsteinkinder treffen, die auf den Dächern der Stadt wohnen. Durch sie erleben sie ein aufregendes Weihnachtsabenteuer und lernen, was wirkliche Freundschaft und Zusammenhalt sind. Schauplatz der spannenden und unheimlichen Geschichte von »Ett hus utan speglar« (2012; dt. »Haus ohne Spiegel«, 2019) ist ein großes Herrenhaus, das mit seinen Nischen und Winkeln geradezu zum Versteckspiel einlädt. Während eines Streifzugs entdeckt Thomasine, die vor Kurzem ihren Bruder verloren hat und nun hier bei den Verwandten wohnt, einen geheimnisvollen achteckigen Raum, in den sämtliche Spiegel des Hauses verbannt wurden. Thomasine wird in seltsame Abenteuer verwickelt, die ihr allerdings auch Antworten auf Fragen geben, über die sie lange nachgedacht hat und die ihr helfen, ihre Trauer zu überwinden.

Sandéns Bücher wurden in elf Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Spårhunden 2012 und dem Astrid Lindgren-priset 2015. Er lebt in Södermalm in Stockholm.