Portrait Marko Pogačar
© Hilal Kalkavan

Marko Pogačar

Kroatien
Beim ILB zu Gast: 2020

Marko Pogačar wurde 1984 in Split geboren. Nach dem Schulabschluss in seiner Heimatstadt studierte er Vergleichende Literaturwissenschaft und Geschichte an der Universität in Zagreb und begann in einem multidisziplinären Bereich zwischen Literatur-, Kultur- und Filmwissenschaften zu promovieren.

Bisher veröffentlichte er fünf Gedichtbände: Sein Debüt gab er mit »Pijavice nad Santa Cruzom« (2006; Ü: Wirbel über Santa Cruz), welches von der Kritik begeistert aufgenommen wurde und sowohl den Narvh-Jezika-Preis für den besten Lyrikband eines Autors unter 35 als auch den Kvirin-Preis erhielt. Bereits ein Jahr nach seinem Erstling legte er einen zweiten Gedichtband mit dem Titel »Poslanice običnim ljudima« (2007; Ü: Sendschreiben an gewöhnliche Menschen) nach und etablierte sich schließlich mit einem weiteren Lyrikband, »Predmeti« (2009; Ü: Gegenstände), als feste Instanz im kroatischen Literaturbetrieb. In seinen Gedichten reiht Pogačar fragmentarisch Bilder aneinander; sein lyrisches Ich mäandert dabei zwischen Philosophie, Politik, Popkultur und Alltagsbeobachtungen. Nicht zuletzt reflektiert es die eigene Sprache, beispielsweise wenn es proklamiert: »Meine Sprache ist Mekka / die fleischige Faust, Macchia, / ein Gewächs, das sich selbst entzündet.« Rastlos, überwältigt von den Assoziationen und Rhythmen der eigenen Verse, präsentiert der junge Dichter sich als ein von der Sprache zugleich Besessener und Getriebener, der stets mit Form und Inhalt zu experimentieren weiß. Seine Gedichte wurden in über dreißig Sprachen übersetzt und in zahlreichen internationalen Anthologien und Magazinen publiziert. 2010 erschienen seine Gedichte erstmals in deutscher Übertragung unter dem Titel »An die verlorenen Hälften«. 2015 folgte der ebenfalls zweisprachige Band »Schwarzes Land«. Neben Lyrik publizierte Pogačar eine Reihe von Essays, Rezensionen und Interviews. Zudem veröffentliche er Prosa, darunter die Kurzgeschichtensammlung »Bog neće pomoći« (2012; Ü: Gott wird nicht helfen), und Reisebücher.

Pogačar war Lektor, Herausgeber, Kritiker sowie Redakteur der Literaturmagazine »Quorum«, »Zarez« und Schlagzeuger der Post-Punk-Gruppe Death Disco. Er ist Direktor des ältesten und größten kroatischen Lyrikfestivals Goranovo proljeće (Goran’s Spring). 2014 gab er eine Anthologie mit Texten junger kroatischer Lyriker heraus. Er war u. a. Gast des Literarischen Colloquiums Berlin, des International Writers House Graz und erhielt ein Stipendium der Stiftung Brandenburger Tor. 2020 ist er Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD.

Pijavice nad Santa Cruzom

AGM

Zagreb, 2006

Poslanice običnim ljudima

Algoritam

Zagreb, 2007

Predmeti

Algoritam

Zagreb, 2009

An die verlorenen Hälften

Edition Korrespondenzen

Wien, 2010

[Ü: Alida Bremer]

Atlas glasova

V.B.Z

Zagreb, 2011

Jer mi smo mnogi

Algoritam

Zagreb, 2011

Bog neće pomoći

Algoritam

Zagreb, 2012

Crna pokrajina

Algoritam

Zagreb, 2013

Jugoton gori!

Sandorf

Zagreb, 2013

Schwarzes Land

Edition Korrespondenzen

Wien, 2015

[Ü: Alida Bremer]

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Fraktura

Zaprešić, 2016

Zemlja Zemlja

Fraktura

Zaprešić, 2017

Pobuna čuvara

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Novi Sad, 2018