Marion Achard

Portrait Marion Achard
© Rottkay

Marion Achard wurde 1976 in Dijon, Frankreich, geboren. Nach ihrer Ausbildung zur Zirkusartistin an der renommierten Académie Fratellini und dem Centre National des Arts du Cirque gründete sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Farid Abed die Compagnie Tour de Cirque. Ihre selbst produzierten Bühnenshows führt die Truppe in Theatern, Schulen, aber auch in Flüchtlingslagern und Waisenhäusern in Frankreich und der ganzen Welt auf. Aus den oft mehrere Monate andauernden Touren durch Afrika, Südamerika oder Indien und den Erfahrungen, die Achard während dieser Reisen sammelt, zieht sie den Stoff für ihre Geschichten.

Für ihre Texte »Ma java sans joie« (1993; Ü: Mein Java ohne Freude) und »Ankou« (1994) wurde Achard mit dem von der französischen Tageszeitung »Le Monde« vergebenen Prix du Jeune Écrivain ausgezeichnet. Ihr erster Jugendroman »Je veut un chat et des parents normaux« (Ü: Ich wünsche mir eine Katze und normale Eltern) erschien 2012 als Auftakt einer Trilogie über Taloula, ein junges, gewitztes Mädchen, das ihrem Tagebuch anvertraut, wie es ist, das Kind exzentrischer Zirkuseltern zu sein, oft unterwegs, auf der Suche nach festen Freundschaften und mit dem unbändigen Wunsch nach einer Katze. Auch Achards weitere Bücher sind dem Erleben von Kindern gewidmet, die mit besonderen Situationen umgehen müssen und dies auf eine oft sehr einnehmende, eigensinnige Weise tun. Es sind Geschichten über den Sohn eines Oppositionellen, der sich zu seinem eigenen Schutz als Mädchen ausgeben muss (»Pourquoi je suis devenu une fille«, 2013; Ü: Warum ich ein Mädchen werden musste), über ein Kind, das lernt, seinen Diabetes und sich selbst zu akzeptieren (»Des petits trous au bout des doigts«, 2014; Ü: Kleine Löcher an den Fingerspitzen), oder über einen afrikanischen Jungen, der von seinen düsteren Erfahrungen als Kindersoldat erzählt (»Tamba lʼenfant soldat«, 2018; Ü: Tamba, der Kindersoldat), geschildert in Form einer Graphic Novel. Die nüchterne und zugleich einfühlsame Erzählweise, mit der sich Achard ihren sensiblen und komplexen Themen nähert, wurde von der Kritik hoch gelobt. Für ihren Roman »Le peuple du chemin« (2017; dt. »Am Ende des Regenwaldes«, 2019) über den Alltag eines jungen Mädchens, dessen Familie und dessen Heimat von der Rodung des Regenwaldes bedroht sind, wurde sie 2018 mit dem Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis geehrt.

Achard erhielt zahlreiche weitere Auszeichnungen für ihr Werk, u. a. den Prix Littérature Jeunesse (Rabat, 2018), den Prix des jeunes lecteurs (Nanterre, 2015) und den Prix Marguerite Audoux (2013). Die Autorin lebt und arbeitet im Département Drôme.