23. ilb 06. – 16.09.2023

Maaza Mengiste

Maaza Mengiste ist Romanautorin und Essayistin, setzt sich in ihren Werken mit individuellen Lebensumständen auseinander, die durch Migration, Krieg und Exil geprägt sind, und untersucht die Schnittstellen von Fotografie und Gewalt. Ihr gefeierter Debütroman »Beneath the Lion’s Gaze« [2010, dt. »Unter den Augen des Löwen«, 2013] wurde von »The Guardian« zu einem der zehn besten zeitgenössischen afrikanischen Bücher und u.a. von »The Christian Science Monitor« und »The Boston Globe« zu einem der besten Bücher 2010 gewählt.

»Beneath the Lion’s Gaze« ist im Äthiopien der 1970er-Jahre angesiedelt, in den letzten Tagen der Monarchie und den blutigen ersten Tagen des Derg, der sozialistischen Militärjunta. In einem zunehmend komplexen und gefährlichen politischen Klima gilt es auch in der Familie des bekannten Arztes Hailu Entscheidungen zu treffen. »Kirkus« nannte »Beneath the Lion’s Gaze« »einen fesselnden, kraftvollen Roman, der sowohl auf persönlicher als auch politischer Ebene überzeugt«.

»The Shadow King« [2019; dt. »Der Schattenkönig«, 2021], Mengistes »lyrischer, bemerkenswerter« [»The New York Times«] zweiter Roman, spielt 1935 während der Invasion Äthiopiens durch Mussolini, die als erste Kampfhandlung des Zweiten Weltkriegs gilt. Eine Armee ganz gewöhnlicher Frauen, die nie Eingang in die Geschichtsbücher fand, schließt sich dem Kampf gegen die Faschisten an. Mithilfe vielschichtiger Charaktere geht der Roman, ohne einfache Antworten anzubieten, der Frage nach, was es bedeutet, als Frau in den Krieg zu ziehen: »Mit dieser eindrucksvollen und fesselnden Darstellung der Rolle der Frauen in Kriegszeiten – nicht nur als Pflegerinnen, sondern als mutige Kriegerinnen, die ihr Land verteidigen – betritt sie Neuland« [»Publisher’s Weekly«]. »The Shadow King«, »einer der schönsten Roman des Jahres« [NPR], stand auf der Shortlist für den The Los Angeles Times Book Prize for Fiction und den Booker Prize. Die Adaption für einen Film unter der Regie von Kasi Lemmons [»Eve’s Bayou«, »Harriet«] ist in Arbeit.

Maaza Mengiste wurde u. a. mit dem Literature Award der American Academy of Arts and Letters 2020, dem Creative Capital Award, dem zweiten Platz beim Dayton Literary Peace Prize und Stipendien von der Guggenheim Foundation, vom National Endowment for the Arts und vom Puterbaugh Festival of International Literature & Culture ausgezeichnet. Ihre Arbeiten erschienen u. a. in »The New Yorker«, »Granta«, »The Guardian«, »The New York Times«, »Rolling Stone«, BBC Radio und »Lettre International«.
Mengiste hat außerdem die Drehbücher zu zwei Dokumentarfilmen geschrieben: »The Invisible City: Kakuma« über ein Flüchtlingscamp in der Wüste Kenias, das über die Jahre hinweg zu einer Stadt angewachsen ist, und »Girl Rising« über neun Mädchen aus Entwicklungsländern und die Hindernisse, die sie auf ihrem Weg zu Bildung und Sicherheit überwinden müssen. Der Film mit den Stimmen von Meryl Streep, Liam Neeson und Cate Blanchett ist Teil des Projekts Girl Rising, einer weltweiten Kampagne für Bildung und Empowerment für Mädchen.

Mengiste wurde in Addis Abeba, Äthiopien, geboren und hat in Nigeria und Kenia gelebt, bevor sie in die Vereinigten Staaten zog. Gegenwärtig ist sie Mitglied der Vorstände von Words Without Borders and Warscapes. Ihr nächster Roman »A Brief Portrait of Small Deaths« ist im Berlin der Zwischenkriegsjahre angesiedelt und erzählt von Afrodeutschen, die für einige der größten deutschen Maler Modell saßen und wie sich ihr Leben durch die »Machtergreifung« der Nationalsozialisten entwickelte. Mengiste ist Mitglied bei Black Artists for Freedom und unterrichtet Englisch an der Wesleyan University.

Stand: 2022