22. ilb 07. - 17.09.2022

Lesley Nneka Arimah

Lesley Nneka Arimah wurde 1983 in London als Tochter nigerianischer Eltern geboren. Je nachdem, wo ihr in der Ölindustrie arbeitender Vater gerade stationiert war, wuchs sie an verschiedenen Orten, hauptsächlich aber in Nigeria auf. Als sie 13 Jahre alt war, zog ihre Familie in die USA, um sich in Louisiana niederzulassen. 2010 erlangte Arimah ihren Master of Fine Arts in Kreativem Schreiben an der Minnesota State University, Mankato. 2012 wurde sie ins Loft Mentorship Program aufgenommen, ein Programm zur Förderung junger talentierter Autor*innen, und vollendete mehrere Kurzgeschichten, die von 2014 an in verschiedenen Zeitschriften, u. a. im »PANK Magazine« und in »The New Yorker«, veröffentlicht wurden. 2017 debütierte sie mit dem Erzählband »What It Means When A Man Fall from the Sky« (dt. »Was es bedeutet, wenn ein Mann aus dem Himmel fällt«, 2019), der international große Anerkennung fand.

Laut Arimah waren es nicht zuletzt die häufigen Wohnortwechsel in ihrer Kindheit und Jugend, die sie zum Schreiben brachten. Als permanente Fremde »lernt man zu beobachten. Und als jemand, der schließlich dazu übergegangen ist, die menschliche Erfahrung zu dokumentieren, ist das Beobachtersein ein nützliches Werkzeug«, so die Autorin. Die Erfahrungen von Migration und Fremdheit spielen auch in den insgesamt zwölf Kurzgeschichten ihres Erzählbands eine tragende Rolle. Sie handeln von zwischenmenschlichen Beziehungen in einer zunehmend globalisierten Welt; im Mittelpunkt stehen junge, starke Frauen, die zwischen Nigeria und den USA beheimatet sind, ihren Platz im Leben und in der Gesellschaft suchen und sich dabei mit erfrischender Widerborstigkeit gegen die Erwartungen sträuben, die ihre Familien, insbesondere ihre Mütter, an sie stellen. So unerwartet die Wendungen sind, die die konfliktreichen Geschichten jeweils nehmen, so stilistisch vielfältig und eigenwillig ist auch die Art, wie sie erzählt werden. In dichter und dabei lebendiger Sprache geschrieben, bewegen sich die Erzählungen zwischen dystopischen Entwürfen – etwa in der Titelgeschichte –, psychologisch realistischen Darstellungen und Ausflügen in den Magischen Realismus, wenn etwa eine junge Frau aus Wolle und Haaren ein Baby formt, um es hernach zum Leben erwecken zu lassen.

Für ihren Erzählband erhielt Arimah Lob von der Kritik und zahlreiche Preise, darunter den Kirkus Prize (2018), den Minnesota Book Award (2018) und den Caine Prize (2019). Zudem wurde die Autorin 2017 auf die »5 unter 35«-Liste der National Book Foundation gesetzt. Arimah lehrte Kreatives Schreiben an der University of Minnesota und in North Carolina und arbeitet aktuell an einem Roman. Sie lebt in Las Vegas.

Unter folgendem Link können Sie sich die Veranstaltung mit Lesley Nneka Arimah und Carmen Maria Machado auf dem 20. ilb auf unserem YouTube-Kanal ansehen: https://youtu.be/siCUUlR5wgw