23. ilb 06. – 16.09.2023

Leif Randt

Leif Randt wurde 1983 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Gießen, London und Hildesheim u. a. die Fächer Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus.

Nachdem er 2006 Finalist beim 14. Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin gewesen war, das Drehbuch für den nie umgesetzten Film »Innocence« geschrieben und 2009 den Jurypreis des KulturSPIEGEL-Wettbewerbs gewonnen hatte, veröffentlichte er 2009 seinen Debütroman »Leuchtspielhaus«, der mit dem Nicolas-Born-Debütpreis der Niedersächsischen Literaturkommission ausgezeichnet wurde. Mit der Kurzgeschichte »Lose Spekulationen über Erotik im Kino« gewann er 2010 den MDR-Literaturpreis. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb erhielt er 2011 den Ernst-Willner-Preis für einen Auszug aus seinem Romanprojekt »Schimmernder Dunst über Coby County« (2011). Im Mittelpunkt der Handlung steht ein junger Literaturagent, der an einem fiktiven, von scheinbar sorglosen Kreativen bewohnten Ort lebt und eine Beziehung zu einer Pianistin pflegt. Die Utopie einer Wohlstandsgesellschaft ohne Empathie und Leidenschaft wurde von der »FAZ« als »fast epochaler Generationenroman« gefeiert und 2012 mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet. Vor allem mit Vertreter*innen der deutschen Popliteratur verglichen, nennt Randt selbst den frühen Peter Handke als ein literarisches Vorbild und sieht sich stärker vom Kino als von der Literatur beeinflusst. Sein dritter Roman »Planet Magnon« (2015) wurde vom »Spiegel« in die Liste »50 Bücher unserer Zeit« aufgenommen. Der Roman steht im Kontext von Werken der US-amerikanischen Kultur und handelt von zwei Mitgliedern des »Dolfin-Kollektivs«, die durch ein von Computervernunft regiertes Universum der postdemokratischen Ära des Friedens und der Selbstkontrolle reisen. Bedroht wird das System vom »Kollektiv der gebrochenen Herzen«, das mit verdorbenen Beziehungen, unkontrollierten Gefühlen und mangelnder Vergangenheitsbewältigung dem universellen Glück einer heilen Welt entgegensteht. »Als hätte der Star-Wars-Erfinder George Lucas zusammen mit Jürgen Habermas, dem brillantesten Soziologen Deutschlands, einen Roman verfasst« (Denis Scheck). Randts jüngster Roman »Allegro Pastell« (2020), der für den Leipziger Buchpreis nominiert war, handelt von der Liebesbeziehung zwischen einem Frankfurter Webdesigner und einer Berliner Schriftstellerin. Der Roman, der als »Germany’s Next Lovestory« angekündigt wurde, erzählt die Fernbeziehung des Paars in drei Phasen und spielt vorwiegend an real existierenden Orten in Hessen und Berlin.

Seit 2017 ist Randt Co-Kurator des PDF- und Video-Labels Tegel Media. Zu seinen jüngsten Auszeichnungen gehören der Erich-Fried-Preis (2016) sowie Aufenthaltsstipendien in Japan (2016) und Irland (2019). Der Autor lebt in Maintal und Berlin.