
Leif Randt
Leif Randt wurde 1983 in Frankfurt a. M. geboren. Er studierte in Gießen, London und Hildesheim u. a. Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus.
2009 erschien sein Debütroman »Leuchtspielhaus«, der mit dem Nicolas-Born-Debütpreis der Niedersächsischen Literaturkommission ausgezeichnet wurde. Mit der Kurzgeschichte »Lose Spekulationen über Erotik im Kino« gewann er 2010 den MDR-Literaturpreis. Beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb erhielt er 2011 den Ernst-Willner-Preis für einen Auszug aus seinem Romanprojekt »Schimmernder Dunst über Coby County« (2011). Im Mittelpunkt der Handlung steht ein junger Literaturagent, der an einem fiktiven, von scheinbar sorglosen Kreativen bewohnten Ort lebt und eine Beziehung zu einer Pianistin pflegt. Die Utopie einer Wohlstandsgesellschaft ohne Empathie und Leidenschaft wurde von der »FAZ« als »fast epochaler Generationenroman« gefeiert und 2012 mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet. Vor allem mit Vertreter:innen der deutschen Popliteratur verglichen, nennt Randt selbst den frühen Peter Handke als ein literarisches Vorbild und sieht sich stärker vom Kino als von der Literatur beeinflusst. Sein dritter Roman »Planet Magnon« (2015) wurde vom »Spiegel« in die Liste »50 Bücher unserer Zeit« aufgenommen. Der Roman steht im Kontext von Werken der US-amerikanischen Kultur und handelt von zwei Mitgliedern des »Dolfin-Kollektivs«, die durch ein von Computervernunft regiertes Universum der postdemokratischen Ära des Friedens und der Selbstkontrolle reisen. Bedroht wird das System vom »Kollektiv der gebrochenen Herzen«, das mit verdorbenen Beziehungen, unkontrollierten Gefühlen und mangelnder Vergangenheitsbewältigung dem universellen Glück einer heilen Welt entgegensteht. »Als hätte der Star-Wars-Erfinder George Lucas zusammen mit Jürgen Habermas, dem brillantesten Soziologen Deutschlands, einen Roman verfasst« (Denis Scheck). Mit »Allegro Pastell« (2020) war er für den Leipziger Buchpreis nominiert. Der Roman handelt von der Liebesbeziehung zwischen einem Frankfurter Webdesigner und einer Berliner Schriftstellerin. Er erzählt die Fernbeziehung des Paars in drei Phasen und spielt vorwiegend an real existierenden Orten in Hessen und Berlin. Er wurde zum vieldiskutierten Bestseller und wird derzeit verfilmt [Kinostart 2026].
Randts jüngster Roman ist »Let’s Talk About Feelings« (2025). Im Mittelpunkt steht Marian Flanders, ein 41-jähriger Boutique-Besitzer in Westberlin, der nach dem Tod seiner Mutter eine alternative Trauerfeier organisiert – der Roman erzählt vom ersten Jahr nach diesem Ereignis. Zwischen erfolgreichen Halbgeschwistern, Reisen nach Neu-Delhi, Wolfsburg und Sapporo, Flirts und Freundschaften verwandelt sich seine unterkühlte Traurigkeit in stille Euphorie. Randt entwirft in seinem neuen Roman ein Coming-of-Middleage, das zwischen Leichtigkeit und Melancholie changiert.
Leif Randts Prosa wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2023). Seit 2017 co-kuratiert er das Onlineverlags-Label tegelmedia.net. Der Autor lebt in Maintal und Berlin.
Leuchtspielhaus
Berliner Taschenbuch Verlag
Berlin, 2009
Schimmernder Dunst über Coby County
Berlin Verlag
Berlin, 2011
Planet Magnon
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2015
Allegro Pastell
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2020
Let’s Talk About Feelings
Kiepenheuer & Witsch
Köln, 2025