23. ilb 06. – 16.09.2023

Amy Kurzweil

Die Autorin und Zeichnerin Amy Kurzweil wurde 1986 in Boston, Massachusetts, geboren. Sie studierte an der Stanford University und erlangte ihren Mastergrad an der New School.
2004 erschien das Buch »Forever Poems For Now And Then« als Ergebnis einer zehnjährigen Zusammenarbeit zwischen ihr und ihrer Mutter Sonya Kurzweil. In diesem Band, der sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder richtet, sind Gedichte mit klassischen Kunstwerken kombiniert. Auch mit ihrem Vater, dem Autor, Erfinder, Futuristen und Leiter der technischen Entwicklung bei Google LLC Ray Kurzweil arbeitete sie als Illustratorin zusammen, und zwar für das Kinderbuch »Danielle. Chronicles of a Superheroine« (2019; dt. »Danielle. Chroniken einer Superheldin«, 2019). In ihrem Debüt »Flying Couch« (2016; Ü: Fliegendes Sofa) verwebt Amy Kurzweil die Geschichte ihres Erwachsenwerdens als junge jüdische Künstlerin mit den Lebensgeschichten ihrer Mutter, einer Psychologin, und ihrer Großmutter, einer Überlebenden des Shoah, die aus dem Warschauer Getto entkam, indem sie sich als Nichtjüdin ausgab. Fasziniert von deren Geschichte, versuchte Amy das Erzählte in ihren Skizzenbüchern zu verarbeiten. Entstanden ist eine Komposition aus den Stimmer dreier Frauen, die zeigt, wie jede Generation von den Spuren der Vergangenheit gezeichnet ist. Das illustrierte Erinnerungsbuch, das zugleich eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte ist, bietet einen wichtigen Einstieg in die Holocaust-Literatur. Es wurde von der »New York Times« in die Junior Library Guild Autumn 2016 Selection aufgenommen und von »Kirkus Review« zu einem der »Best Memoirs of 2016« gewählt. Derzeit arbeitet Kurzweil an ihrem zweiten Buch »Artificial. A Love Story«, das sie als »grafisches Memoir über die Zukunft der Vergangenheit« bezeichnet. Während es bei »Flying Couch« um die Übertragung von Erinnerungen und Traumata über drei Generationen von Frauen in ihrer Familie ging, will Amy Kurzweil in »Artificial« die Abstammung ihres Vaters mit seinen Wiener Wurzeln erforschen. Dort entging ihr Großvater, ein Musiker, den sie kennenlernen konnte, nur knapp dem Holocaust und starb mit 58 Jahren an einer Herzkrankheit. Im Archiv ihres Vaters fand Amy Kurzweil Briefe und Notizen des Großvaters sowie Fotos, Zeitungsausschnitte und Noten, die ihr als Basis für ein Eintauchen in dessen Biografie dienten: »Das Buch ist eine Meta-Meditation über das Gedächtnis, eine Untersuchung darüber, warum und wie wir unser Leben dokumentieren, wie dieser Prozess heute aussieht und wie er morgen aussehen könnte.«
Amy Kurzweils Illustrationen und Comics erscheinen regelmäßig in »The New Yorker«, »The Believer«, »The Journal of Alta California« u.a. Texte von ihr sind in »Longreads«, »Literary Hub«, »The Toast, »Hobart«, »Shenandoah« und anderen Publikationen veröffentlicht worden. Sie lebt in Brooklyn.