23. ilb 06. – 16.09.2023

Kate Allen

Kate Allen wurde in Massachusetts geboren. Bereits während ihrer Schulzeit begann sie, Geschichten zu schreiben. Sie studierte Creative Writing am Bates College in Lewiston, Maine, arbeitete als Lehrerin und gründete eine Familie, bevor sie mit »The Line Tender« [2019; dt. »Tage der Mondschnecke«, 2021] ihren Debütroman verfasste.

Hauptfigur ist die zwölfjährige Lucy Everhart, deren Mutter, eine Meeresbiologin, während ihrer Forschung an Haien plötzlich gestorben ist. Lucy war damals sieben Jahre alt. Seitdem lebt sie allein mit ihrem Vater, einem Rettungstaucher, der sich in seine Arbeit stürzt und auch in seiner Freizeit häufig taucht, um über den Verlust hinwegzukommen. Gut eingebunden in ein Netz aus engen Freund:innen und Nachbar:innen, verbringt Lucy ihre Tage am liebsten mit ihrem Kumpel Fred. Gemeinsam arbeiten sie an einem Schulprojekt, für das sie alle Lebewesen in ihrem Heimatort, dem Fischerstädtchen Rockport, dokumentieren. Lucy zeichnet die Tiere, Fred recherchiert Informationen über ihre Lebensweise. Als ein weißer Hai an Land gezogen wird – ein sehr ungewöhnliches Vorkommnis –, bekommt Lucy die Gelegenheit, an die Forschung ihrer Mutter anzuknüpfen. Dabei erfährt sie nicht nur mehr über Haie, sondern auch über ihre Mutter und die Menschen in deren Leben. Ein Roman über Trauer, der jedoch keine bedrückende Wirkung entfaltet, sondern im Gegenteil mit einer Vielzahl an liebevoll gezeichneten Figuren viel Humor versprüht und Leser:innen in einer hoffnungsvollen Grundstimmung zurücklässt. Inspiriert wurde der Roman von einer autobiografischen Begebenheit: Als Kate Allen neunzehn Jahre alt war, fing ein Fischer in ihrer Heimatstadt einen weißen Hai und brachte ihn zum Hafen. Kurz zuvor war Allen noch im Meer schwimmen gewesen – im sicheren Glauben, das Wasser sei zu kalt für Haie. Über die vermeintlich schweren Themen wie Verlust und Trauer in ihrem Buch sagte die Autorin in einem Interview mit »Publishers Weekly«: »Ich wollte zeigen, dass schwierige Dinge passieren, dass es aber auch einen Ausweg gibt, wenn man sich durchkämpft.« Im Rahmen der Recherche für ihr Buch führte sie Interviews mit dem Fischer, der den weißen Hai damals gefangen hatte, mit dem Biologen, der das Tier anschließend seziert hat, und mit einem Haiexperten. Die Raubtiere sind auch Schwerpunkt der Illustrationen von Xingye Jin, welche die Kapitel einführen und Bewegungsstudien, Körperbau und unterschiedliche Arten von Haien zeigen. Das Buch erhielt eine Empfehlung der Luchs-Jury.

Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Minneapolis.

Stand: 2022