23. ilb 06. – 16.09.2023

K.S. Maniam

K.S. Maniam wurde 1942 unter dem Namen Subramaniam Krishnan in eine indische Familie in Bedong/Kedah, Malaysia, geboren. Seine Kindheit war geprägt vom Alltag der indischen Minderheit in Malaysia. Auf Wunsch des Vaters, der ihm eine Schulbildung gemäß der kulturellen Herkunft zukommen lassen wollte, besuchte er eine Tamil-Schule. Nach einem Jahr gab der Vater jedoch dem Drängen des Sohnes nach und ließ ihn eine englische Schule besuchen, so dass K. S. Maniam in seiner Jugend stark von der britischen bzw. westlichen Kultur beeinflusst wurde. In den sechziger Jahren schloss er eine Lehrerausbildung am Malayan Teachers’ College in Großbritannien ab. Er begann mit dem Schreiben von Gedichten, von denen einige in der „Sunday Times“ veröffentlicht wurden. Nach seiner Rückkehr arbeitete er zunächst mehrere Jahre als Lehrer, bevor er 1970 ein Englischstudium an der University of Malaya aufnahm. In seiner Abschlussarbeit beschäftigte er sich mit englischsprachiger Lyrik in Malaysia und Singapur. Es folgte eine langjährige Tätigkeit an der University of Malaya, wo er bis 1997 als Associate Professor Literatur und Kreatives Schreiben lehrte. Inspiriert von der neuen postkolonialen Literatur, wandte er sich Mitte der siebziger Jahre verstärkt dem eigenen Schreiben zu. K. S. Maniam schreibt in Englisch.

Seine erste Kurzgeschichte „The Eagles“ erschien 1976, einige Jahre später folgte sein erster Roman „The Return“ (1981), der starke autobiographische Züge aufweist. Der junge Ravi, der aus der dritten Generation einer indischen Einwandererfamilie in Malaysia stammt, fühlt sich verloren im Spannungsfeld zwischen den Kulturen. Im Versuch, sich sowohl den Ansprüchen zur Bewahrung der Herkunftskultur seiner Großmutter und seines Vaters zu entziehen als auch den Erwartungen der malaysischen Gesellschaft zur kulturellen und sprachlichen Assimilation, flüchtet sich Ravi in die englische Schule. Dort lernt er nicht nur die Sprache, sondern auch Denkweise und Gebräuche der ehemaligen Kolonialmacht, was ihn zunehmend von seiner Familie entfremdet. Auch in anderen Werken von K. S. Maniam ist die Frage nach der kulturellen Identität in der Migrationsgesellschaft vorherrschend. Neben zahlreichen Erzählungen und zwei weiteren Romanen, „In a Far Country“ (1993) und „Between Lives“ (2003), verfasste er einige Theaterstücke. 2000 wurde ihm in Neu Delhi für seinen herausragenden Beitrag zur Literatur der südasiatischen Diaspora der renommierte Raja Rao Award verliehen. Sein jüngster Erzählband erschien 2004 unter dem Titel „Faced Out“. K. S. Maniam lebt in Subang Jaya/Selangor, Malaysia.

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