23. ilb 06. - 16.09.2023

Jennifer Nansubuga Makumbi

Jennifer Nansubuga Makumbi wurde 1967 in Mengo, Uganda, geboren. In den Jahren der Gewaltherrschaft von Idi Amin geriet ihr Vater, ein Bankier, in Haft und wurde brutal misshandelt. Makumbi wuchs bei ihrer Tante auf, zunächst in Nakasero, dann in Kololo. Während der Schulzeit verfasste sie bereits Theaterstücke für verschiedene Wettbewerbe, nach dem Abitur studierte sie an der Islamischen Universität in Uganda Pädagogik mit den Schwerpunkten Englische Sprache und Literatur. Während ihrer Studienzeit war sie Herausgeberin der Universitätszeitschrift »The IUIU Mirror«.

1998 begann sie parallel zu ihrer Lehrtätigkeit in Kampala mit dem Schreiben. Ihr Theaterstück »Sitaani Teyebase« war preisgekrönt und tourte durch Kampala. Ab 2001 studierte Makumbi Kreatives Schreiben an der Manchester Metropolitan University und promovierte an der Lancaster University.
In ihren Texten greift Makumbi vor allem auf mündliche Erzähltraditionen und Überlieferungen wie Mythen, Legenden und Volksmärchen zurück, die in der ostafrikanischen Ganda-Kultur verankert sind: »Ich habe festgestellt, dass die mündlichen Formen, die sonst als trivial und ›überstrapaziert‹ wahrgenommen werden, einem Text ironischerweise eine unerklärliche Tiefe verleihen.«

Ihr Roman »The Kintu Saga«, mit dem sie promovierte, gewann den Manuskriptwettbewerb »Kwani?« für unveröffentlichte Belletristik afrikanischer Schriftsteller:innen in Kenia, wurde 2014 unter dem Titel »Kintu« veröffentlicht und war für den Etisalat Prize for Literature nominiert. Die Handlung beginnt im Jahr 1750 und erzählt die Geschichte einer Familie im Bann eines Fluchs, der von ihrem Vorfahren Kintu Kidda entfesselt wurde. Auch hier vereint Makumbi die mündliche Erzähltradition von Ganda und schafft ein vielfältiges Zusammenspiel ungewöhnlicher und kraftvoll gestalteter, lebendiger Charaktere, die dieses moderne Epos bevölkern. Makumbis Erzählband »Manchester Happened« [2019] war für den Commonwealth Short Story Prize nominiert und gewann den Regionalpreis Afrika. Ihr Coming-of-Age-Roman »The First Woman« [2020; dt. »Die erste Frau«, 2022], der den Jhalak-Preis gewann, ist eine feministische Interpretation ugandischer Märchen und erzählt die Geschichte eines Mädchens, das bei seinen Großeltern aufwächst und als Teenager schmerzlich die Mutter vermisst, die es nie kennengelernt hat. Die Suche nach der Mutter ist verknüpft mit dem Prozess des Erwachsenwerdens und der Entdeckung der eigenen Weiblichkeit.

Makumbi unterrichtet an verschiedenen Universitäten in Großbritannien Anglistik und Kreatives Schreiben. In Manchester leitet sie die afrikanische Lesegruppe ARG! Neben anderen Auszeichnungen erhielt sie 2018 den Windham-Campbell-Preis in der Kategorie Belletristik. Sie wurde vom »New African Magazine« zu einer der 100 einflussreichsten Afrikanerinnen des Jahres 2020 gewählt. Die Autorin lebt in Manchester und ist 2022 Gast des Künstlerprogramms des DAAD.

Stand: 2022