23. ilb 06. – 16.09.2023

Israel Bar Kohav

Israel Bar-Kohav (Berkovsky) wurde 1950 in der Nähe von Tel Aviv geboren. Er studierte Psychologie und Philosophie in Tel Aviv, Bar Ilan und Jerusalem und begann früh erste Gedichte zu verfassen. Heute ist er in Israel ein angesehener Lyrik- und Prosaautor. Er arbeitet zudem als Gestaltpsychologe und Dozent für Kreatives Schreiben und Psychologie an der Jüdischen Universität in Jerusalem sowie in Tel Aviv am Hakibbutzim College of Education. Er ist Gastprofessor für Kreatives Schreiben an der Ben-Gurion-Universität in Negev und unterrichtet außerdem in Europa (London, Oxford, Manchester, Stockholm, Berlin).

Bar-Kohav veröffentlichte bisher zehn Gedichtbände und erhielt zahlreiche literarische Ehrungen seines Landes, darunter 1996 den Creation Award des Premierministers. 2002 wurde er aus Anlass der Verabschiedung des Friedensabkommens im Nahen Osten ausgewählt, eine Lesung vor dem Europäischen Parlament zu halten. Seine Werke wurden in 13 Sprachen übersetzt, darunter Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Schwedisch und Türkisch. Seine preisgekrönten gesammelten Gedichte (1975−2010) werden 2010 vom renommierten Verlag Bilalik Institute/Hakkibutz Hameuchad publiziert.

Bar-Kohavs Lyrik ist durch seine Erinnerungen an die Kindheit im Tel Aviv der 1950er Jahre geprägt. Zugleich jedoch sind seine Dichtungen keineswegs rückwärts gewandt, vielmehr handelt es sich um Traumsequenzen, in denen der konfliktreiche Alltag des Lebens in Israel heute mitschwingt. Der weltbekannte israelische Literat Amos Oz schätzt Bar Kohav als »einen unserer besten und interessantesten Dichter«. Besonders hebt Oz »seine dichterische Kraft, die Genauigkeit seines Ausdrucks und die Frische und Originalität seiner Sprache« hervor. Prof. Ori Bernstein, einer der Begründer der modernen israelischen Lyrik, schreibt, Bar-Kohav sei einer der wichtigsten Dichter der jüngeren Generation (also der Nach-Zach-Amichai-Generation) und lobt die authentische emotionale Kraft und Bedeutsamkeit seiner Dichtung: »Sie ist eine Insel mit ihrem eigenen Grün, ihrem eigenen Sonnenauf- und -untergang […]. Sie beginnt beim Alltag und wird magisch. Bar-Kohav ist sich jedes Wortes bewusst […], seine Dichtung klingt lange nach […], diese Gedichte werfen einen langen Schatten […]. Nur wenige können so schreiben wie er.«

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