23. ilb 06. – 16.09.2023

Florian Illies

Portrait Florian Illies
© Ali Ghandtschi

Der Journalist, Kunsthistoriker und Buchautor Florian Illies wurde 1971 im oberhessischen Schlitz geboren, wo er auch aufwuchs. Erste Artikel schrieb er für die Schüler- sowie eine Lokalzeitung, außerdem absolvierte er ein Volontariat bei der »Fuldaer Zeitung«. Illies studierte bis 1998 in Bonn und Oxford Kunstgeschichte und Geschichte. Ab 1991 schrieb er zunächst als freier Mitarbeiter für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« und wurde 1997 Redakteur des FAZ-Feuilletons. Ab 1999 war er verantwortlich für die neu gegründete Berliner Redaktion der FAZ »Berliner Seiten« und wechselte anschließend als Feuilletonchef zur »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. 2004 gründete er mit seiner Frau die Zeitschrift für Kunst, Literatur und Lifestyle »Monopol« und war bis 2006 deren Chefredakteur. 2008 wurde Illies als Autor und Berater für »DIE ZEIT« tätig, ab 2009 war er mitverantwortlich für das Ressort Feuilleton und Literatur, seit 2017 gehört er zum Herausgebergremium der Wochenzeitung. Er ist Jurymitglied des Henri-Nannen-Preises. Von 2011 bis 2018 gehörte er zu den Gesellschaftern des Berliner Auktionshauses Villa Grisebach, seit 2019 ist er verlegerischer Geschäftsführer beim Rowohlt Verlag.
Mit seinem Debüt »Generation Golf« (2000), einem kritischen Porträt der zwischen 1965 und 1975 Geborenen in Westdeutschland, wurde Illies einem breiten Publikum als Buchautor bekannt. Er widmet sich darin Themen der Popkultur, Nostalgie und der Infantilität einer »Ego-Gesellschaft«, die sich vor allem dem Hedonismus und dem Markenbewusstsein verschrieben zu haben scheint. In den beiden nachfolgenden Bänden »Anleitung zum Unschuldigsein« (2001) und »Generation Golf zwei« (2003) setzt er seine humoristische Analyse fort. Nach »Ortsgespräch« (2016), einem Erinnerungsbuch über seine Kindheit und Jugend in der deutschen Provinz, betrachtet Illies in seinem Geschichtspanorama »1913. Der Sommer des Jahrhunderts« (2012) die Zeit vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs. In Kapiteln, die jeweils einem Monat gewidmet sind, werden relevante Ereignisse und Anekdoten aus Politik und Kultur dargestellt und teilweise ironisch kommentiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Lebensumständen und Beziehungen damaliger Literaten und Künstler. Das in 28 Sprachen übersetzte Werk war das meistverkaufte Sachbuch im Jahr 2012 und auch noch 2013 wochenlang auf Platz eins der Bestsellerliste des »Spiegel«. Nach einem Band mit kunsttheoretischen Essays »Gerade war der Himmel noch blau« (2017) erschien zuletzt das Buch »1913. Was ich unbedingt noch erzählen musste« (2018), mit dem Illies an seine Darstellung des Vorkriegsjahrs anknüpft.
Illies wurde u. a. mit dem Axel-Springer-Preis (1999), dem Ludwig-Börne-Preis (2014) und dem Max J. Friedländer-Preis (2016) ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.