23. ilb 06. – 16.09.2023

Hugo Hamilton

Hugo Hamilton wurde 1953 in Dublin, Irland, geboren. Er wuchs als Kind deutsch-irischer Eltern in Dublin auf und besuchte Schulen, in denen ausschließlich auf Gälisch, der Sprache seines irischen Vaters kommuniziert wurde. Mit seiner Mutter sprach er deutsch. Da es ihm in der Familie verboten war, Englisch zu sprechen, lernte Hamilton die Sprache, in der er heute schreibt, auf der Straße. Bevor er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Romanen begann, arbeitete er als Journalist und unternahm viele Reisen durch Europa. Hamilton wurde mit zahlreichen Auszeichnungen und Förderungen bedacht. 1992 erhielt er den Rooney Prize for Irish Literature.

»Meine Helden bringen eigentlich keinen Ton heraus, aber ich komme aus der deutschen Tradition, in der alles ausdiskutiert wird«, sagt Hugo Hamilton. Seine Bücher reflektieren die Position eines Außenseiters, der sich fremd in der ihn umgebenden kulturellen Landschaft vorkommt. Der Tod seiner deutschen Mutter veranlasste den Autor, sich in »The Last Shot« (dt. »Kriegsliebe«) mit seiner »gespaltenen Identität« und der »Fast-Fiktion vom eigenen Deutschsein« auseinanderzusetzen. Drei seiner Romane spielen in Deutschland.

Die Hauptfigur der beiden Irland-Romane von Hugo Hamilton, der manische Gesetzeshüter Pat Coyne, wurde als eine der originellsten Schöpfungen der zeitgenössischen irischen Literatur bewertet. Über den schwarzhumorigen Krimi »Der letzte Held von Dublin« schrieb die »Times«: »So könnte es aussehen, wenn Flann O’Briens Universalgelehrter De Selby die Romane von Raymond Chandler mit jenen von Patrick McCabe gekreuzt hätte.«

In »The Speckled People« ( 2003; dt. »Gescheckte Menschen«, 2004) reflektierte Hamilton die eigene deutsch-irische Kindheit. Die Fortsetzung seiner Memoiren lieferte er 2006 mit »The Sailor in the Wardrobe« (dt. »Der Matrose im Schrank«, 2006). Hugo Hamilton lebt in Dublin.

© internationales literaturfestival berlin