Hernan Diaz

Portrait Hernan Diaz
Portrait of Hernan Diaz by Jason Fulford

Hernan Diaz wurde 1973 in Argentinien geboren und wuchs in Schweden auf. Er studierte Literaturwissenschaft an der Universität von Buenos Aires sowie am King’s College in London und promovierte an der New York University.

2017 erschien sein erster Roman »In the Distance« [dt. »In der Ferne«, 2021], der für den Pulitzer Prize und den PEN/Faulkner Award nominiert wurde. Der Roman spielt Mitte des 19. Jahrhunderts in Amerika und erzählt von dem jungen Schweden Håkan Söderström, der sich zu Fuß und ohne Geld von San Francisco aus auf den Weg nach New York macht, wo er seinen Bruder wiederzufinden hofft. So beginnt eine lange Reise Richtung Osten, gegen den Strom der Siedler und voller bizarrer Begegnungen. Håkan schließt sich einer Goldgräberfamilie an, wird gefangen genommen, kann fliehen, wird, weil er sich für Schwächere eingesetzt hat, per Steckbrief gesucht. Bald weithin als »Hawk« bekannt, genießt er einen fantastischen Ruhm, werden ihm Fähigkeiten zugeschrieben, die über das Menschenmögliche hinausgehen. »Eine fesselnde Abenteuergeschichte, die zugleich eine tiefgründige Betrachtung von Einsamkeit und Gemeinschaft, Fremdheit und Heimat ist; ein Bildungsroman in der großen Tradition des 19. Jahrhunderts, zugleich eine scharfe Kritik an den romantisierten Mythen der Besiedlung des amerikanischen Westens«, urteilte der »Guardian«.

2022 erschien Hernan Diaz’ zweiter Roman »Trust« [dt. »Treue«, 2022], der in über zwanzig Sprachen übersetzt wurde. In vier Teile untergliedert, erzählt der Roman zunächst die Geschichte von Benjamin und Helen Rask, einem glamourösen Paar – er ein Finanzmagnat, sie eine Tochter aus aristokratischem Hause – im New York der 1920er-Jahre. Doch dies ist eben nur eine Geschichte; eine Fiktionalisierung, wie klar wird, als der Roman im zweiten Teil zu den Memoiren von Andrew Bevel umschwenkt, dem Vorbild für Benjamin Rask. Auch der dritte und vierte Teil nehmen eine jeweils neue Perspektive ein, wobei ein Thema zentral bleibt: »die schier magnetische, mystische, transzendentale Kraft des Geldes«, die zu erforschen er sich mit diesem Roman vorgenommen habe, so der Autor im Gespräch mit »Publishers Weekly«. Von der Kritik wurde der Roman insbesondere für seine stilistische Eleganz und die raffinierte Konstruktion gelobt: »Die einzigartig brillante Art und Weise, mit der Diaz diese ebenso akribisch recherchierte wie spannend aufgebaute Geschichte erzählt, macht diesen Roman nicht nur für die heutige Zeit, sondern für alle Zeiten interessant«, so die »Vogue«.

Der Autor lebt in New York City.

Stand: 2022