23. ilb 06. – 16.09.2023

Helena Janečić

Helena Janečić wurde 1979 im kroatischen Osijek geboren. Bereits in ihrer Schulzeit zeichnete sie Comics für die Schülerzeitung. Dann konzentrierte sie sich auf Malerei, fand aber immer wieder zu Comics zurück. Sie studierte bis 2003 Kunst an der Furman University in Greenville, South Carolina, und erwarb 2007 einen Master an der Akademie der Bildenden Künste in Zagreb.

In ihren meist großformatigen Gemälden zeigt sie oft pastoral-idyllische Darstellungen slawischer Bäuerinnen. In ihren Comics und Comicstrips greift sie die Stilistik des amerikanischen und italienischen Mainstreams auf und bereichert damit den queeren Diskurs um einen weiteren Aspekt. Protagonist*innen ihrer Werke sind zumeist Frauen, die Selbstbewusstsein ausstrahlen und Traditionen neu definieren. Janečić setzt sich mit homosexueller Identität auseinander und zeigt offen Bilder der lesbischen Sexualität. So schuf sie eine Comic-Reihe um die Superheldin Horny Dyke, die mit ihren übernatürlichen Kräften Frauen in Schwierigkeiten hilft, sowie den Snaša-Zyklus, in dem sie die lesbische Identität im Kontext des slawischen Dorfs diskutiert. Janečić Werke sind voller Witz und verbinden ästhetische Strenge, persönliche Themen und soziale Kommentare.

Janečić zeigte ihre Bilder und Comics auch in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Kroatien und im Ausland. Einige ihrer Comics wurden aufgenommen in eine Anthologie weiblicher Comics auf dem Balkan »Ženski strip na Balkanu« (2010). Außerdem illustrierte sie das Kinderbuch »The Lion and the Gibbon« (2014) von Atakelty Hailu und das Booklet zur ersten CD des queer-feministischen Chors Le Zbor. Janečić erhielt den Ex Aequo Award auf der 20. und 23. Slavonian Biennale, ihre Werke wurden 2009 in die Kunstsammlung von Erste Group aufgenommen. Seit 2010 ist sie Mitglied im kroatischen Künstlerverband. Janečić lebt als freischaffende Malerin und Comicautorin in Zagreb, Kroatien.