22. ilb 07. - 17.09.2022

Helena Hedlund

Helena Hedlund wurde 1978 im südschwedischen Borås geboren. Sie studierte Schauspiel an der Malmöer Theaterakademie und war zunächst Mitglied des Månteatern, einer freien Theatergruppe in Lund, bevor sie 2003 zum Teater Martin Mutter in Örebro wechselte, einer ebenfalls freien Kompanie, wo sie als Schauspielerin und Dramaturgin tätig ist. Sie wirkte auch in Film- und Fernsehproduktionen mit und war von 2008 bis 2017 Kolumnistin der Zeitschrift »ETC Örebro«.

Mit »Det fina med Kerstin« (2018; dt. »Kerstin ist goldrichtig«, 2021) legte Helena Hedlund ihr Debüt als Autorin vor. Die siebenjährige Kerstin hat eine besondere Lieblingsfarbe: Gold. Sie sammelt alles, was glänzt, und sei es Bonbonpapier. Als Kerstin in der Schule einen goldenen Ring auf dem Boden liegen sieht, sammelt sie auch ihn ein. Und schweigt, als die Lehrerin, die ihren Ehering vermisst, später danach fragt. Eine Geschichte über Geheimnisse und Freundschaft, erzählt mit feinem Gespür für Kerstins Gefühlslagen zwischen Freude, Unsicherheiten und Angst, die sich auch in Katarina Strömgårds Tusche-Illustrationen widerspiegeln. »Ein Debüt, das wie Gold glänzt, sowohl in den Details als auch im Ganzen«, hieß es in der Begründung für den Slangbellan, eine schwedische Auszeichnung für den besten Erstling im Bereich Kinder- und Jugendliteratur. Das Buch wurde außerdem mit der Nils-Holgersson-Plakette geehrt. Helena Hedlund ist ihrer Heldin treu geblieben, mittlerweile liegen vier weitere Bände vor: In »Att vara Kerstin« (2019; Ü: Kerstin sein) gerät Kerstins Mutter in die Vierzigjährigenkrise, lässt sich einen Irokesenschnitt schneiden und ein K tätowieren. Für wen dieses K stehen mag, ist Kerstin ein Rätsel. Währenddessen droht die Mutter von Kerstins bestem Freund Gunnar damit, wegzuziehen, wenn die Wildschweine sich weiter in ihrem Garten tummeln. Wie können die Biester vertrieben werden? In »Kerstin, livet och döden« (2020; Ü: Kerstin, Leben und Tod) wird die Protagonistin acht Jahre alt. Eine intensive Zeit bricht für sie an, mit Trennungen, Eifersucht und Traurigkeit, aber auch mit Freude und Hoffnung. In »Precis som Kerstin« (2020; Ü: Genau wie Kerstin) wünscht sie sich zwei Dinge: weiße Weihnachten und dass das Baby im Bauch ihrer Mutter nicht ausgerechnet an Heiligabend geboren wird. Doch an wen soll man solche Wünsche richten, wenn man weder an den Weihnachtsmann noch an Gott glaubt? Im jüngsten Band »Kerstin, solen och kärleken« (2021; Ü: Kerstin, die Sonne und die Liebe) ist Kerstins kleine Schwester Miranda auf die Welt gekommen, und Gunnar ist immer noch Kerstins bester Freund. Doch manchmal unterschlägt er ihren Anteil an ihren gemeinsamen Projekten. Kerstin muss lernen, für sich selbst einzustehen.

Die Autorin lebt mit ihrer Familie auf dem Land in der Nähe von Örebro.