22. ilb 07. - 17.09.2022

Hannes Wirlinger

Hannes Wirlinger wurde 1970 in Linz geboren. Schon im Alter von sechzehn Jahren versuchte er sich an ersten Texten, darunter Gedichte, Kurzgeschichten und Romane. Mit der Absicht, das Schreiben zum Beruf zu machen, nahm Wirlinger nach seinem Schulabschluss ein Studium der Publizistik und Politikwissenschaft in Wien auf und arbeitete anschließend als Journalist für die »Oberösterreichische Rundschau«, die »Niederösterreichischen Nachrichten«, den »Niederösterreichischen Wirtschaftspressedienst« und »Die Presse«. Unzufrieden mit dieser Tätigkeit, begann Wirlinger ein Studium an der 1. Wiener Filmschule, wo er bis 1997 die Drehbuchklasse besuchte. Einen Namen als Drehbuchautor machte er sich, als sein Treatment »Sacrilegus« 2003 bei der Jury des Carl-Mayer-Drehbuchpreises in Graz lobende Erwähnung fand. Zu Wirlingers bekanntesten Projekten zählt die Krimiserie »SOKO Kitzbühel«, für die er zahlreiche Drehbücher verfasste. 2012 beendete er seine Tätigkeit als Autor für die Serie, um sich neuen Aufgabenfeldern zu widmen.

Für die Arbeit an seinem Debüt »Der Vogelschorsch« (2019) erhielt er 2017 das Mira-Lobe-Stipendium des österreichischen Bundeskanzleramts, die höchstdotierte Literaturförderung Österreichs. Im Zentrum des Romans steht die Freundschaft und innige Verbundenheit, welche sich zwischen zwei oberflächlich besehen sehr ungleichen Jugendlichen entwickelt. Die vierzehnjährige Lena, ein beliebtes Mädchen im Dorf, lernt den drei Jahre älteren Georg kennen, einen etwas absonderlichen Einzelgänger, der aufgrund seiner außergewöhnlichen Beziehung zu Vögeln von allen nur der »Vogelschorsch« genannt wird. Über die schwierige familiäre Situation, die beide miteinander verbindet, kommen sie sich näher. Das Buch wurde von der Kritik gelobt, wobei insbesondere die sprachgewaltige und dabei einfühlsame Figurengestaltung hervorgehoben wurde. Wirlinger zeichne die Charaktere tiefsinnig mit all ihren Widersprüchen, urteilte die »FAZ«. »Obwohl sein Buch zunächst düstern erscheint, entwickelt es sich am Ende zu einer aufmunternden Ode an die Seelenverwandtschaft. Es ist diese starke Ambivalenz zwischen Freude und Trübsinn, die den Roman zu einer besonderen Leseerfahrung macht.« Die atmosphärischen Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Ulrike Möltgen sind den einzelnen Kapiteln des Buchs vorangestellt und bebildern die Geschichte behutsam. Der Roman stand im August 2019 auf der Bestenliste des Deutschlandfunks »7 für junge Leser« und wurde 2020 mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

Aktuell arbeitet Wirlinger den Roman zu einem Drehbuch um und schreibt an weiteren Jugendbüchern. 2021 wird sein erstes Vorlesebuch erscheinen. Der Autor lebt in Wien und Niederösterreich.