Franz Orghandl

Portrait Franz Orghandl
© Theresa Strozyk

Franz Orghandl wurde 1980 in Wien geboren und arbeitet als Übersetzerin und Autorin.

»In den Wald« (2019), eine Kindergeschichte ab etwa 9 Jahren, handelt von der kleinen Nina, die durch den begehbaren Schrank ihrer Eltern geradewegs in einen unberührten Wald gelangt. Ninas Eltern glauben nicht an den Wald, und ihr dort lebender Freund Konstantin Mayer glaubt nicht an Ninas Eltern, auch wenn Nina immer wieder in die Welt zurückkehrt, in der diese angeblich wohnen. Eines Tages bedroht ein großer Wasserfleck Ninas Portal, denn um den Wasserschaden zu beheben, wollen die Eltern den Schrank abreißen. Nina kann sie überreden, einen anderen Weg zu versuchen. Der Vater ihrer zwei albanischen Mitschüler Luan und Leano soll helfen, denn der ist nicht nur Installateur, sondern kann auch Geheimnisse für sich behalten. Als Nina es schafft, ihre zwei vom Heimweh geplagten Freunde in den Wald mitzunehmen, gewinnen diese ein Stück Heimat zurück. Orghandl lässt in ihrem Buch den Alltag eines Wiener Stadtkindes und eine fantastische Welt aufeinandertreffen. Zahlreiche Illustrationen von Matze Döbele unterstreichen diese Gegenüberstellung.

In »Der Katze ist es ganz egal« (2020), einem aufklärerischen Buch, das sich ebenfalls an Kinder ab etwa 9 Jahren richtet, behandelt Orghandl das Coming-out eines Transgender-Kindes. Der kleine Leo verkündet eines Tages, dass er ein Mädchen sei und nun Jennifer heiße. Jennifers Umfeld reagiert auf unterschiedlichste Weise. Nur der Katze ist es ganz egal. Am Ende spricht Jennifer ein Machtwort. »Ich bin niemand anderer als früher, außer, dass ich einer Verwechslung auf die Spur gekommen bin«, sagt sie. Die frechen Illustrationen von Theresa Strozyk unterstreichen ausdrucksvoll die geschilderten Emotionen und unterstützen den humorvollen Grundton, in dem Orghandl ein gewichtiges Thema behandelt. »Franz Orghandl erzählt – kindgerecht – keine Problemgeschichte, sondern eine lustige Geschichte. Der leise, ironische Ton und die herzliche Atmosphäre erinnern dabei sehr an die Bücher der großen Wiener Kinderbuchautorin Christine Nöstlinger« (Deutschlandfunk Kultur).