22. ilb 07. - 17.09.2022

Ferenc Szijj

Ferenc Szijj wurde 1958 in Szombathely, Ungarn, geboren. Zwischen 1978 und 1984 studierte er in Szeged an der József-Attila-Universität Hungarologie und Germanistik. Nach Abschluss seines Studiums lehrte er an einem Gymnasium Deutsch, arbeitete als Bibliothekar an der Budapester Universitätsbibliothek und wurde 1989 Redakteur der Literaturzeitschrift „Nappali Ház“. Nach der Einstellung der Zeitschrift 1999 redigierte Szijj eine Internet-Zeitschrift. Der erste Gedichtband „A lassú élet titka“ (dt. „Das Geheimnis des langsamen Lebens“, 1992) erschien 1990 in Budapest. Sein Kurzgeschichtenband „A futás napja“ (1992; dt. „Der Tag des Rennens“ 1993, Graz) erlangte in Ungarn Kultstatus. Seine beiden Gedichtsammlungen „A nagy salakmezõ“ (1997; Ü: Die große Schlackenwiese) und „Kéregtorony“ (1999; Ü: Krustenturm) erschienen 2005 in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Sturzlicht: Zwei Bücher zu langen Unfällen“.
In einem Interview erzählt Szijj, er wäre gern Lokführer oder Fußballspieler geworden – aber wegen seiner schwachen Augen ist er am Ende dazu gezwungen worden, seine Brötchen unter schlechten Lichtverhältnissen zu verdienen: mit dem Schreiben. Weiter sagt er von sich: „Ich fühle mich nicht als echter Dichter, der ein Gedicht nach dem anderen schreibt und nur in Gedichten denken kann. Die perfekte stilistische Form hat mich nie besonders gereizt. Ich würde sogar noch weiter gehen: heutzutage interessiert mich auch die grammatikalische Korrektheit nicht besonders – obwohl ich, wenn das jetzt auch nicht allzu unbescheiden klingt, viel Ahnung von Grammatik und Sprachgebrauch habe – als Anwender.“ 2001 veröffentlichte er das Märchenbuch „Szuromberek királyfi“ (Ü: Prinz Szuromberek), das vom Cartoonisten der wöchentlichen Literaturzeitung „Élet és Irodalom“ Gabór Roskó humorvoll illustriert wurde. Szijj übersetzte außerdem deutsche Schriftsteller wie Kafka, Gregor von Rezzori und W. G. Sebald ins Ungarische. Seine literarische Tätigkeit wurde mehrfach ausgezeichnet, so erhielt er verschiedene Stipendien und im Jahr 2000 den Tibor-Déry-Preis sowie 2001 den Attila-József-Preis. Der Autor lebt als freischaffender Schriftsteller in Budapest.

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