23. ilb 06. – 16.09.2023

Michel Faber

Michel Faber wurde 1960 in Den Haag geboren. Als er sieben Jahre alt war, zog er mit seinen Eltern nach Australien, wo er am Rand von Melbourne aufwuchs. Nach der Schulzeit studierte er bis 1980 an der University of Melbourne Niederländisch, Philosophie, Rhetorik und Englisch. Danach hatte er verschiedene Gelegenheitsjobs, bevor er sich zum Krankenpfleger ausbilden ließ. 1993 wanderte er nach Schottland aus und lebte fortan nahe der Stadt Inverness. Fabers zweite Frau starb 2014, was der Anlass für seine Gedichtsammlung »Undying« (2016) war. Zuvor hatte sich Faber in den neunziger Jahren an mehreren Kurzgeschichtenwettbewerben beteiligt. Der in Edinburgh ansässige Verlag Canongate Books wurde auf ihn aufmerksam und publiziert seither Fabers Werke in Großbritannien.

1998 debütierte Faber mit dem Kurzgeschichtenband »Some Rain Must Fall« (Ü: Regen muss fallen). Seine erste Romanveröffentlichung »Under the Skin« (2000; dt. »Die Weltenwanderin«, 2000) kombiniert Elemente des Science-Fiction mit solchen des Horror- und Thriller-Genres und spielt in den schottischen Highlands, wo eine Außerirdische in menschlicher Gestalt auf der Suche nach männlichen Anhaltern unterwegs ist, die sie unter Drogen setzt und auf ihren Heimatplaneten schickt. Das Buch wurde in mehr als zehn Sprachen übersetzt und verhalf Faber zum internationalen Durchbruch. Es folgte der Roman »The Hundred and Ninety-Nine Steps« (2001; dt. »Hundertneunundneunzig Stufen«, 2005), der von einer jungen Archäologin erzählt, die seit dem Tod ihres Freundes von Albträumen geplagt wird und sich zur Ablenkung einer Ausgrabung in Whitby anschließt. Dort trifft sie einen Mann, der gerade ein Manuskript aus dem 18. Jahrhundert restauriert, dessen Inhalt auf mysteriöse Weise mit ihren Albträumen zusammenhängt. Fabers Roman »The Courage Consort« (2002; dt. »Die Unvollendete«, 2004) widmet sich den Eitelkeiten im Kulturbetrieb. Nach zwanzig Jahren Vorarbeit erschien 2002 der umfangreiche Roman »The Crimson Petal and the White« (dt. »Das karmesinrote Blütenblatt«, 2003). Er spielt im London der 1870er Jahre und handelt von Aufstieg und Fall einer 19-jährigen Prostituierten namens Sugar. Detailliert, sinnlich und sozialkritisch beschreibt Faber das Leben im viktorianischen London. In seinem jüngsten Roman »The Book of Strange New Things« (2014; dt. »Das Buch der seltsamen neuen Dinge«, 2018) übernimmt ein junger Pastor eine besondere Aufgabe: Er soll einen fernen Planeten missionieren. Während er Seelsorge für Außerirdische betreibt, erfährt er aus den wöchentlichen E-Mails seiner Frau von apokalyptischen Erscheinungen wie Naturkatastrophen und Bürgerkrieg auf der Erde.

Für sein Werk wurde Faber mit zahlreichen Preisen geehrt, darunter dem Neil Gunn Prize, dem Macallan Prize und dem Saltire First Book of the Year Award. Seine Werke »Under the Skin« und »The Crimson Petal and the White« wurden verfilmt.