23. ilb 06. – 16.09.2023

Rébecca Dautremer

Rébecca Dautremer wurde 1971 in Gap in den französischen Alpen geboren. Sie studierte Grafikdesign an der École nationale supérieure des Arts Décoratifs (ENSAD) in Paris und war währenddessen bereits als Illustratorin für verschiedene Verlage tätig. Sie arbeitet überwiegend mit Gouache auf Aquarellpapier. Inspiriert von der Fotografie, legt sie einen besonderen Fokus auf die Bildkomposition und die Wirkung von Licht und Farben.
2003 erschien ihr erstes Kinderbuch, »L’Amoureux« (Ü: Die Liebenden), in dem es um die Frage geht, was Verliebtsein eigentlich bedeutet. Mehrere Bücher entstanden in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann, dem Autor Taï-Marc Le Thanh. Das von Dautremer illustrierte Bilderbuch »Princesses oubliées ou inconnues« (2004; dt. »Prinzessinnen«, 2008) mit einem Text von Philippe Lechermeier über die Eigenheiten und Geheimnisse unbekannter und vergessener Königstöchter wurde in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt. Für »Une bible« (2014; dt. »Die Bibel«, 2014) – eine erneute Zusammenarbeit mit Philippe Lechermeier, der hier das Alte und Neue Testament nacherzählt – schuf Dautremer »fantastische Bilderwelten, die zusammen mit den Texten ein einzigartiges Kunstwerk entstehen lassen« (Deutschlandfunk Kultur). »Les Riches Heures de Jacominus Gainsborough« (2018; dt. »Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough«, 2019) schildert das Leben eines Kaninchens. Als Winzling geboren, später stolzer Familienvater, zehrt er zuletzt von seinen vielen Erinnerungen. Die detailreichen Bilder mit den charaktervoll gezeichneten Tiergesichtern verströmen eine Zartheit, die sich in der leise und poetisch erzählten Geschichte wiederfindet. Das Buch wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutsch-Französischen Jugendliteraturpreis 2019. »Unter dem fabelhaften Pinselstrich von Rébecca Dautremer, eine der großen französischen Illustratorinnen, werden die Emotionen von Jacominus sichtbar«, so die Jury. »Mit jedem Umblättern folgen wir seinen Wegen, seinen Träumen, seinen Hoffnungen, seinen Ängsten, seiner Liebe.« In »Midi pile« (2019; dt. »Punkt 12«, 2020) gibt es ein Wiedersehen mit Jacominus Gainsborough. Kaninchendame Sweety ist unterwegs zu ihm. Die Leser*innen können sie beim Blättern durch die gestanzten Seiten begleiten und dabei viele Details entdecken. Von zu Hause geht es über die Wiesen, an Marktständen vorbei, durch einen Zirkus bis zum Hafen: »ein Miniaturtheater zwischen zwei Buchdeckeln«, urteilte »Die Zeit«.