23. ilb 06. – 16.09.2023

Damon Galgut

Damon Galgut wurde 1963 in Pretoria geboren. Er gilt als einer der renommiertesten Autoren Südafrikas.

Bereits mit siebzehn Jahren debütierte er mit dem Roman »A Sinless Season« [1982; Ü: Eine sündenfreie Saison], der von drei jungen Insassen einer Besserungsanstalt erzählt. Internationale Bekanntheit erlangte er mit »The Good Doctor« [2003; dt. »Der gute Doktor«, 2005]. Im Mittelpunkt des klug konstruierten und geradlinig erzählten Romans stehen zwei Ärzte, der eine ein Zyniker, der andere ein Idealist, die in einem abgelegenen südafrikanischen Krankenhaus aufeinandertreffen. Wie sich zeigt, hat die gewaltsame Vergangenheit des Ortes immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart und auch auf das Geschehen im Krankenhaus. Der Roman wurde für den Booker Prize nominiert und mit dem Commonwealth Writers’ Prize ausgezeichnet. 2008 erschien »The Impostor« [dt. »Der Betrüger«, 2009] über einen desillusionierten Dichter, der zufällig einen ehemaligen Mitschüler und mittlerweile vermögenden Geschäftsmann wiedertrifft und mit dessen Frau eine Affäre beginnt. Erneut durch einen schnörkellosen Stil gekennzeichnet, widmet sich der Roman nicht nur den Feinheiten der Figurenpsychologie, sondern auch übergeordneten Themen wie Korruption oder der Spaltung zwischen Arm und Reich, die im heutigen Südafrika eine große Rolle spielen. »In a Strange Room« [2010; dt. »In fremden Räumen«, 2010] wurde ebenfalls für den Booker Prize nominiert. Der Roman handelt von einem rastlosen Reisenden namens Damon, der an keinem Ort der Welt sein Glück zu finden scheint – und auch nicht in den Menschen, die er begleitet oder die ihm auf seinen Wegen begegnen. Es folgte »Arctic Summer« [2014; dt. »Arktischer Sommer«, 2014], ein historischer Roman über die Reise des britischen Autors E. M. Forster nach Indien. Damon Galgut gewann den Booker Prize schließlich 2021 für »The Promise« [dt. »Das Versprechen«, 2021]. Der Roman spielt vor dem Hintergrund von Südafrikas Wandel von der Apartheid zur Demokratie. Das titelgebende Versprechen gab einst eine weiße Familie einer jahrelangen Bediensteten, einer Schwarzen Frau namens Salome: Ein eigenes Haus und Land sollte sie bekommen. Erst von der jüngsten Generation wird das Versprechen eingelöst. Kritiker:innen lobten nicht nur, wie sich die Geschichte Südafrikas und gegenwärtige Konfliktthemen in den Figuren spiegeln, sondern auch die stilistische Brillanz des Werks: »Der Roman nötigt einem schon nach wenigen Seiten Bewunderung dafür ab, mit welcher Souveränität und Leichtigkeit hier der Sog erzeugt wird, Perspektiven wechseln und sich dabei jedes Mal ein ganz eigener, neuer Ausschnitt der Welt zeigt«, so »DIE ZEIT«.

Der Autor lebt in Kapstadt.

Stand: 2022