Bernhard Lassahn

Bernhard Lassahn wurde 1951 in Coswig, in der DDR, geboren. Bereits früh siedelte die Familie in den Westen über, lebte zunächst im Flüchtlingslager in Espelkamp, dann in Nemden bei Melle und ließ sich schließlich im Schulhaus der heutigen Gemeinde Bissendorf nieder, wo die Mutter eine Anstellung als Lehrerin fand. Bernhard Lassahn studierte Germanistik in Marburg und Tübingen. Seit 1979 widmet er sich ganz dem Schreiben. Er veröffentlichte Romane, Erzählungen, Gedichte, Sachbücher und Hörspiele.

Als Kinderbuchautor wurde Bernhard Lassahn vor allem durch seine Käpt’n Blaubär-Geschichten bekannt. Er schrieb (zusammen mit Walter Moers und Rolf Silber) 104 Folgen, die in der Sendung mit der Maus ausgestrahlt wurden und neun Käpt’n Blaubär-Bücher. Bücher schreibe er lieber als Drehbücher, sagt Lassahn in seinem Essay »Lügen in Zeiten des Farbfernsehens«, ohne damit die Frage beantworten zu wollen, ob das Fernsehen oder das Buch das geeignetere Medium sei, um die kindliche Phantasie anzuregen, oder ob sie am Ende beide denselben Zauber ausüben können. »Es ist das Drama und das Glück eines jeden Kindes, ob nun begabt oder unbegabt, dass ein Spiel zugleich ernst ist.« Immerhin scheint Kindern das Loblied Erwachsener auf das gedruckte Wort ebenso suspekt zu sein wie ihren Eltern die kindliche Begeisterung für die bewegten Bilder. »Weißt du was, Papa?«, stellte die Tochter des Autors fest, »die Bücher sagen auch nicht immer die Ehrlichkeit«. Dass Bernhard Lassahn gerade in letzter Zeit wieder vermehrt für Kinder schreibt, hängt auch mit der Wiederentdeckung der eigenen Kindheit zusammen. An manchen Texten arbeitet der Autor schon seit fast dreißig Jahren.

Bernhard Lassahn wurde 1980 mit dem Salzburger Stier ausgezeichnet. Er erhielt 1985 ein Stipendium der Kulturbehörde Hamburg und war 1990 Stadtschreiber von Ottendorf. Sein Buch »Der Schatz der Bananenbieger« wurde 1999 vom Leseclub Bremen ausgezeichnet. Der Autor lebt in Hamburg.

© internationales literaturfestival berlin