23. ilb 06. – 16.09.2023

Antje Rávik Strubel

Antje Rávik Strubel wurde in Potsdam geboren. Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin studierte sie Literaturwissenschaften, Psychologie und Amerikanistik in Potsdam und New York.

Seit Beginn ihrer schriftstellerischen Karriere im Jahr 2001, als sie bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet wurde und ihr Erstling »Offene Blende« sowie der Episodenroman »Unter Schnee« erschienen, hat sie sich mit ihren Werken als eine der wichtigsten deutschen Schriftstellerinnen etabliert. Von Kritiker:innen gelobt werden neben ihrer Themenwahl – so wird nicht nur in ihren ersten beiden Werken die Konfrontation zwischen Ost und West ebenso verhandelt wie weibliche Homosexualität – auch immer wieder ihre stilistische Eleganz. »Die knappen, schnörkellosen Sätze verdichten sich zu einer Prosa voller Zauber«, so die »FAZ« über »Unter Schnee«. Mit »Tupolew 134« [2004] legte Antje Rávik Strubel einen Roman über eine wahre Begebenheit vor: die Flugzeugentführung einer polnischen Maschine nach West-Berlin im Jahr 1978. Ihr Roman »Kältere Schichten der Luft« [2007], der in einem Kanucamp in Schweden spielt, war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Rheingau-Literatur-Preis sowie dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. »Ein geradezu altmeisterliches Sprachkunstwerk: Geflochten aus Sätzen, wie sie in ihrer Makellosigkeit, ihrer Präzision, ihrer dunkelleuchtenden Tiefe ziemlich selten geworden sind«, urteilte die »WELT«. »Sturz der Tage in die Nacht« [2011] über einen jungen Mann, der sich in eine Frau verliebt, ohne zu ahnen, dass sie seine Mutter ist, stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Viel Aufmerksamkeit erhielt auch der Episodenroman »In den Wäldern des menschlichen Herzens« [2016], der die vielfältigen Beziehungen seiner acht Protagonist:innen umkreist. »Antje Rávik Strubel ist eine Meisterin der Verdichtung von Körpern, Sex und Natur«, befand die »ZEIT«. Für ihren Roman »Blaue Frau« [2021] wurde sie mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. »Mit existenzieller Wucht und poetischer Präzision«, so die Jury, schildert die Autorin darin die Flucht einer jungen Tschechin vor ihren Erinnerungen an einen sexuellen Übergriff. Zuletzt erschien mit »Es hört nie auf, dass man etwas sagen muss« [2022] eine Sammlung von Essays und Reden.

Die Autorin war Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles sowie Writer in Residence am Helsinki Collegium for Advanced Studies. 2019 erhielt sie den Preis der Literaturhäuser. Antje Rávik Strubel ist auch als Übersetzerin aus dem Englischen und Schwedischen tätig und hat u. a. Werke von Joan Didion, Monika Fagerholm, Lucia Berlin und Virginia Woolf ins Deutsche übertragen. Sie lebt in Potsdam.

Stand: 2022